Das DRK-Einsatzteam steht bei den Konzerten von Andrea Berg ständig unter Strom und ist gut vorbereitet: Vom Pflaster bis zum Beatmungsgerät ist alles vor Ort.
Hinter der Gegengerade, bei Tor 7, haben die Rotkreuzler ihren Standort. Während in der Wir-Machen-Druck-Arena in Großaspach die Menschen fröhlich feiern, sind die Helfer in der Sanitätsstelle in ständiger Alarmbereitschaft. Denn bei einem Großkonzert wie dem Heimspiel von Andrea Berg kann viel passieren.
„Wir hatten von Insektenstichen bis zur Wiederbelebung schon alles“, sagt Cedric Caspari, der Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Backnang und Einsatzleiter – gemeinsam mit dem Kollegen Manuel Schmaderer aus Alfdorf – der am Wochenende wieder einmal in der fast fensterlosen Einsatzzentrale im Hauptgebäude des Stadions sitzen wird.
Andrea Bergs Heimspiel: Einsatzplanung ist aufwendig für das DRK
Die Vorbereitung auf eine Großveranstaltung wie sie die Konzerte von Andrea Berg sind, sei ein komplizierter und aufwendiger Prozess, der aber nach genau festgelegten Algorithmen verlaufe, erzählt Cedric Caspari. „Es kommt auf die Art der Veranstaltungsstätte und auf die Zahl der Besucher an. Bei einer bestimmten Anzahl brauchen wir erfahrungsgemäß so und so viele Helfer, aber auch das Durchschnittsalter der Gäste spielt eine Rolle.“
Im Falle der Heimspiele am Wochenende seien bei rund 17 000 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 50 Jahren im Stadion 35 Einsatzkräfte erforderlich. „Das bezieht sich allerdings auf das Hauptkonzert von Andrea Berg am Abend. Am Nachmittag, wenn noch nicht ganz so viel los ist, starten wir mit 16 Leuten in einer Schicht“, so Caspari.
Heimspiel von Andrea Berg: DRK ist gerüstet
Die Sanitätsstelle hinter der Stadiongegengerade – zwei Container mit einem vorgebauten kleinen Zelt, das als Wartezimmer dient – ist immer besetzt. Hier versorgen die DRK’ler kleinere Wehwehchen wie Schnittwunden und können den Blutdruck messen. Hier lagern Medikamente und auch ein EKG sowie ein Beatmungsgerät. Für schwere Notfälle ist ein Notarzt vor Ort und eine Trage griffbereit, und vor dem Stadion warten zwei Rettungswagen, falls eine Fahrt ins Krankenhaus nach Winnenden notwendig ist – „Das kann schon bei einer Wunde sein, die genäht werden muss“, sagt Caspari – sowie ein Notarztfahrzeug und drei Krankentransportwagen fürs Gelände.
Auch im Bereich vor dem Stadion sind die Sanitäter einsatzbereit und im Innenraum ständig präsent. Ein paar Helfer sind im Bühnengraben stationiert. „Die kriegen natürlich, wenn nichts passiert, das ganze Konzert hautnah mit“, sagt Cedric Caspari mit einem Grinsen.
Konzerte wie Andrea Bergs Heimspiel sind etwas Besonderes für die Helfer
Der restliche Stadioninnenraum ist in zwei Hälften aufgeteilt, in denen je zwei Zweierteam unterwegs sind. „Die sind für die Erstversorgung zuständig“, so der Einsatzleiter, dessen Team für die Heimspiele aus Helfern verschiedener Ortsvereine im Kreis kommt. „Da an diesem Wochenende auch noch der Citytreff in Winnenden und die Schowo in Schorndorf sind, werden die Bereitschaften aus diesen Städten natürlich eher dort gebraucht.“ Aber solche Veranstaltungen wie die Heimspiele seien auch für die Helfer schon etwas besonderes. „Einige melden sich gerne freiwillig dafür“, sagt Caspari.
Auch wenn die Einsätze in Großaspach fast schon Routine sind, schließlich tritt Andrea Berg an diesem Wochenende schon zum 20. Mal in der Wir-Machen-Druck-Arena auf, so müsse die zuständige DRK-Arbeitsgruppe die Planungen dennoch stets aktualisieren, erklärt Caspari. „Wir fangen zwar nicht mehr bei Adam und Eva an, aber bei jeder Veränderung müssen wir die Einsatzpläne anpassen.“
Andrea Berg in Aspach: „Je später der Abend, desto mehr kippen um“
In der Theorie ist alles durchstrukturiert und die Vorgaben sind klar. Doch die Sanitäter wissen nie, was sie im Laufe des Konzertabends erwartet und sind deshalb auf alles vorbereitet. „Prinzipiell ist nichts unmöglich. Wir hatten auch schon einige Transporte in die Klinik, vor allem wegen Herz-Kreislaufbeschwerden“, sagt Cedric Caspari. Die meisten davon seien den sommerlichen Temperaturen bei den Bergschen Heimspielen geschuldet. „Die Leute kommen früh, weil sie einen guten Platz vor der Bühne wollen. Dann trinken sie kaum, weil sie nicht auf die Toilette wollen, denn dann wäre ihr Platz ja weg. Und je später der Abend, desto mehr kippen um, wobei dann natürlich auch der Alkohol eine große Rolle spielt.“
Das sind die Tipps des DRK für unbeschwerten Konzertgenuss
- Sonnenschutz: Direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Ein Sonnenhut schützt zusätzlich.
- Trinken: Auch wenn man häufiger zur Toilette muss: Ausreichend Wasser trinken ist ein Muss.
- Kleidung: Lockere, helle Kleidung hilft, die Körpertemperatur zu regulieren.
- Erste Hilfe: Bei Anzeichen eines Hitzschlags oder anderer gesundheitlicher Probleme, sofort an den Rettungsdienst in der Konzertarena wenden.
Die Generalprobe beim Konzert von Andreas Gabalier verlief ruhig, erzählt Caspari, der auch am vergangenen Samstag in der Einsatzleitung saß. „Es war ein recht entspannter Abend, hoffen wir, dass es bei den Heimspielen von Andrea Berg genauso ist.“