Die CDU soll in wenigen Jahren jeden zweiten Posten in Entscheidungsgremien mit einer Frau besetzen müssen. Darauf pocht Andreas Jung, neuer CDU-Vizechef.

Baden-Baden - Der neue CDU-Vizechef Andreas Jung pocht darauf, dass seine Partei in wenigen Jahren jeden zweiten Posten in Entscheidungsgremien mit einer Frau besetzen muss. Die entsprechende Empfehlung einer parteieigenen Erneuerungskommission liege nun schon seit einiger Zeit auf dem Tisch, habe aber wegen der Corona-Pandemie noch nicht auf einem Bundesparteitag behandelt werden können. „Aber ich bin dafür, dass wir das so wie empfohlen auch umsetzen“, sagte der Konstanzer Bundestagsabgeordnete dem „Badischen Tagblatt“ (Freitag). Gegen die Satzungsänderung gibt es parteiintern auch Widerstand.

Man habe in der Union lange gerungen, sagte der 46 Jahre alte Klimaexperte. Das Projekt dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die Entscheidung sei verschoben worden, weil sie aus rechtlichen Gründen auf einem Präsenz-Parteitag getroffen werden müsse. Die Kommission hatte ein Stufenmodell vorgeschlagen: Schon im Januar 2021 sollte eine verbindliche 30-Prozent-Quote auf Kreis-, Landes-, und Bundesebene gelten. Von 2023 an dann 40 Prozent, ab 2025 schließlich 50 Prozent.

Südwest-CDU ist Schlusslicht

Die Südwest-CDU ist dem Bericht zufolge mit über 75 Prozent männlichen Mitgliedern weiter bundesweit Schlusslicht. Der Landesvorstand hat nach CDU-Angaben einen Frauenanteil von immerhin 42,9 Prozent. In den Kommunalparlamenten seien ebenfalls vier von fünf Räten Männer. Unter den Bürgermeistern und Oberbürgermeistern der CDU seien nur fünf Prozent Frauen.