Andreas Kümmert in Stuttgart Völlig unbekümmert

Andreas Kümmert begeistert das Publikum nicht nur mit seinen Songs. Foto: Martin Stollberg 6 Bilder
Andreas Kümmert begeistert das Publikum nicht nur mit seinen Songs. Foto: Martin Stollberg

Andreas Kümmert, der nicht beim Eurovision Song Contest antreten wollte, singt – und scherzt über sich selbst. Die Besucher seines Konzerts im Club Cann am Samstagabend sind jedenfalls begeistert.

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Stuttgart - Am Ende skandieren die Konzertbesucher im Bad Cannstatter „Club Cann“ lautstark „Zugabe, Zugabe“ und versuchen Andreas Kümmert mit donnerndem Applaus ein weiteres Mal auf die Bühne zu locken. Doch Kümmert und sein Mitmusiker Tobi sowie Hannes Donel, Simon Jonas und Simon Graus von „The Ramblin Puppets“ wissen nur zu gut: wenn es am Schönsten ist, dann muss man aufhören. Sie treten kein weiteres Mal ins Rampenlicht, und so bleibt die fulminante Präsentation von „With A Little Help From My Friends“ im Ohr. Mit dieser haben Kümmert und Co. am Ende des gelungenen Konzerts schließlich einen Sturm der Begeisterung ausgelöst.

Dabei begeistert an diesem Abend nicht alleine die mitreißende, soulig-rockige Stimme Andreas Kümmerts, der, wäre er dem Publikumsvotum bei der deutschen Vorausscheidung für den Eurovision Song Contest 2015 gefolgt, im Mai Deutschland beim Finale in Wien vertreten hätte. Es ist vor allem der authentische und charmante Auftritt des Sängers mit Gänsehautstimme, der den Besuchern viele wohlige Schauer über den Rücken jagt, wenn er - begleitet vom Gitarristen Tobias Niederhausen – seine Songs von der Bühne schmettert.

Nicht nur als Musiker gelingt es dem Gewinner der dritten Staffel der Casting-Show „The Voice of Germany“, die Zuhörer für sich zu gewinnen. Auch dass er sich als Double des aus den Medien bekannten Andreas Kümmert präsentiert und regelmäßig über die aus dem Fernsehen bekannte „Saftnase“, so Kümmert über Kümmert, scherzt, gefällt. Dabei ist offenbar: Kümmert buhlt mit seinen Sprüchen nicht nur um Sympathie. Er ist vor allem eines: so wie er eben ist - ehrlich, offen, liebenswert und unbekümmert. Und so nimmt man ihm auch ab, dass er am Ende des Konzertabends augenzwinkernd am liebsten eine „Hasskampagne“ gegen jenen Andreas Kümmert starten möchte, der sich lange Zeit von der Medienwelt und Musikindustrie hat einnehmen und treiben lassen.

Die Entscheidung, kommenden Monat nicht für Deutschland beim Eurovision Song Contest an den Start zu gehen, ist in jedem Fall für Stuttgart die richtige gewesen ist. Denn hätte sich der Sänger mit Ausnahmestimme dafür entscheiden, in Wien mit seinem Song „Heart of Stone“ aufzutreten – ein Konzert mit „The Ramblin Puppets“ im Club Cann hätte es sicher nicht gegeben. Das Bad Cannstatter Gastspiel des 28-Jährigen ist übrigens einer Initiative Hannes Donels zu verdanken, der bei Kümmert einfach angefragt hatte, ob er nicht Lust auf einen Auftritt im Club Cann hätte. Kümmert hatte. Er kam, sang Coversongs und Eigenkompositionen – und siegte.




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