Andreaskirche in Stuttgart-Obertürkheim 10 000 Euro für ein gläsernes Büro

Von Mathias Kuhn 

Obertürkheims Bezirksbeiräte haben sich schnell entschieden: Sie wollen je 10 000 Euro für ein gläsernes Büro des Willkommensraums in der Andreaskirche und für die Sanierung der Schutzhütte bereit stellen.

Der Bezirksbeirat stellt 10 000 Euro für ein gläsernes Büro im Willkommensraum der Andreaskirche zur Verfügung.Foto: Mathias Kuhn

Obertürkheim - Obertürkheims Bezirksbeiräte sind vermutlich die Ersten, die ihre neuen finanziellen Möglichkeiten ausschöpfen. Seit April steht jedem Stuttgarter Stadtbezirk ein Bezirksbeiratsbudget zu, über das er verfügen darf. Die Höhe hängt von der Einwohnerzahl ab. Obertürkheim stehen 2018 etwa 25 400 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen noch nicht verbrauchte Mittel aus dem Vorjahr. „2018 können wir damit über rund 30 800 Euro verfügen“, so Bezirksvorsteher Peter Beier. Im Mai trafen sich die Vorsitzenden der Bezirksbeiratsfraktionen, um sich Gedanken über die Verwendung zu machen. „Eine Art Haushaltsplan für 2018“, so Beier. Die Bezirksbeiräte stimmten dem Vorschlag nun einstimmig zu. Wie bisher halten sie rund 3000 Euro als Verfügungsbudget für kleinere Projekte und zusätzlich 3100 Euro für die Kulturförderung zurück. Blieben noch rund 25 000 Euro für größere Projekte im Stadtbezirk.

Mit rund 10 000 Euro wollen die Bezirksbeiräte den Willkommensraum in der Andreaskirche unterstützen. Er wurde im Mai offiziell eingeweiht. Der Bezirksbeirat, Bürger und etliche Organisationen im Stadtbezirk wollten dort ein Stadtteil- und Familienzentrum einrichten. Bei den Haushaltsberatungen vergangenen Dezember lehnte die Gemeinderatsmehrheit die Finanzierung dieses Projekts allerdings ab. Damit die vorbereitenden Arbeiten und der Elan allerdings nicht verloren gehen, ist die evangelische Kirchengemeinde in Vorleistung getreten und hat den Saal, die Küche und die Toiletten in der Andreaskirche so ausgebaut, dass sich in dem Willkommensraum Bürgerinnen und Bürger, darunter auch viele Flüchtlinge und Migranten, treffen und Veranstaltungen feiern können. Eines fehlt allerdings noch: ein Raum für die Betreuer. „Angedacht ist ein gläsernes Büro, damit die Betreuer in Kontakt zu den Besuchern treten können“, erzählt Bezirksvorsteher Peter Beier. Bei der Finanzierung will der Bezirksbeirat die Verantwortlichen deswegen mit rund 10  000 Euro unterstützen. „Als Anschub, damit das Familienzentrum in den kommenden Haushaltsberatungen bewilligt wird“, sind sich die Bezirksbeiräte einig.

Ersatz für zerstörte Schutzhütte

Weitere 10 000 Euro will der Bezirksbeirat aus seinem Budget für die Sanierung der Schutzhütte auf dem Kapf zur Verfügung stellen. Der Unterstand wurde teilweise zerstört und steht seit Monaten Spaziergängern oder Wanderern nicht mehr als Schutz- oder Grillmöglichkeit zur Verfügung. Das Gartenbauamt hat die Kosten für die Erneuerung des Daches, des Bodens sowie für statische Untersuchungen mit 20 000 Euro beziffert. Gleichzeitig hat die Behörde signalisiert, dass sie zwar keine Mittel für die Sanierung habe, aber zumindest die Materialkosten übernehmen werde. Der Bezirksbeirat beauftragte nun Bezirksvorsteher Beier, das vorgeschriebene Verfahren in die Wege zu leiten. Ein spezieller Mitarbeiter des Gartenbauamts muss nun die exakten Kosten ermitteln und prüfen. In einer zweiten Runde wird dann der Bezirksbeirat den Auftrag erteilen. Die restlichen 5000 Euro will der Bezirksbeirat noch für ein Bürgerbeteiligungsverfahren reservieren.