Beim „Mittagstisch für alle“ in der Leonberger Pauluskirche gibt es mittwochs Mittagessen und Gelegenheit für Gespräche. Dass das Angebot noch existiert, ist nicht selbstverständlich.
Zusammenkommen zu einem Schwätzchen, und dann auch noch günstig und lecker zu Mittag essen – diese Möglichkeit gibt es beim „Mittagstisch für alle“ in der evangelisch-methodistischen Pauluskirche (Robert-Koch-Straße 3). Noch bis zum 1. April bieten die freiwilligen Helferinnen und Helfer im dortigen Gemeindesaal jeweils mittwochs den „Mittagstisch für alle“ an.
Von 12 bis 14 Uhr gibt es dort unter dem Motto „Essen in Gemeinschaft“ Mittagessen, bei dem die Gäste selbst den Betrag festlegen, den sie dafür bezahlen können oder möchten. Essensausgabe ist bis 13.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Im Herbst 2024 herrschte noch große Sorge, den Mittagstisch einstellen zu müssen
Das Angebot besteht seit dem Jahr 2010. Dass es nach wie vor existiert, ist allerdings nicht selbstverständlich. Noch im Herbst 2024 plagte den Verein, der die Aktion organisiert, die Sorge, den „Mittagstisch für alle“ einstellen zu müssen. Der Grund: Viele Helfende hatten ihr Engagement altershalber beendet, gleichzeitig hatten sich zu wenig neue Ehrenamtliche gefunden.
Nach einem Artikel in unserer Zeitung hatten sich laut der Vereinsvorsitzenden Irmtraud Klein jedoch viele Personen gemeldet, die mit anpacken wollten – und die das Angebot damit retteten. „Nach einem witterungsbedingt etwas schwächeren Anlauf haben pro Woche 50 bis 60 Personen das Essen in geselliger Runde genossen“, berichtete Klein im April 2025 nach dem Abschlusstermin. Zahlreiche Hobbybäckerinnen und -bäcker hätten zudem für ein reichhaltiges Kuchenbuffet gesorgt.
Seit der Coronapandemie hatte der Verein noch bis 2024 das Angebot als „To go“-Version aufrecht erhalten. Die Mahlzeiten wurden verpackt und an einem Fenster des Gemeindesaals zum Mitnehmen herausgegeben. Schwätzchen und gemütliches Beisammensein? Fehlanzeige. Bis 2025 erstmals wieder die klassische Form des „Mittagstisch für alle“ folgte – vor der die Verantwortlichen erst ihre Not kundtaten, die dann aber zum erfreulichen Erlebnis wurde.
Die „Gute Minute“ regt nicht nur die Gäste zum Nachdenken an
Rund 90 Portionen habe man noch vor Beginn der Pandemie jeden Mittwoch herausgegeben, berichtete Irmtraud Klein nach dem Abschluss des „Mittagstisches für alle“ im April 2025. Jeden Mittwoch werden etwa sieben bis acht Personen benötigt, die mithelfen.
Neben gutem Essen gibt es beim „Mittagstisch für alle“ eine „Gute Minute“: Kleine Geschichten, die zum Nachdenken anregen, nicht nur bei den Gästen. „Die gute Stimmung unter den Mitarbeitenden, die aus unterschiedlichen Kirchengemeinden, aber auch von außerhalb kamen, trug zu einer guten Atmosphäre bei“, fasste Klein damals zusammen.