Stuttgart - Diese Entwicklung darf niemanden überraschen: Schon vor Corona haben die Gewerkschaften immer wieder darauf hingewiesen, dass Aggression oder gar Brutalität gegenüber Beschäftigten des öffentlichen Dienstes stetig zunehmen. Geschlagen, bespuckt oder attackiert – solche Vorfälle sind an der Tagesordnung. Polizisten oder Rettungskräfte kann es genauso treffen wie Busfahrer, Ticketkontrolleure oder Mitarbeiter von Jobcentern oder Sozialämtern. Das ist nicht nur Respektlosigkeit – das Gewaltmonopol des Staates wird seit Jahren von immer mehr Menschen in Frage gestellt.
Trend der Verrohung weit über die Querdenker hinaus
Die Pandemie hat den Trend der Verrohung weit über die Querdenker hinaus noch verschärft. Daher stehen nun die Zugbegleiter im Fokus. Sie müssen das Maskentragen kontrollieren, nachdem die Regierenden ihnen anfangs noch die Durchsetzungspflicht aufbürden wollten. Diese hat seither die Bahnpolizei, doch wurde das Zugpersonal an die Corona-Front geschickt, ohne dass es besonders unterstützt worden wäre. Die Frage ist allgemeingültig: Was folgt aus immer neuen Hiobsbotschaften? Die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt, doch selbst das lange geforderte Melderegister lässt der Bund noch vermissen. Es dauert zu lange, bis sie sich ernsthaft der Sache annimmt.