Animation in Zeiten von Corona Trickfilmfestival findet im Netz statt

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Auch das Stuttgarter Trickfilmfestival, das in früheren Jahren täglich Tausende von Menschen zum Open-Air auf den Schlossplatz gelockt hat, ist ein Opfer von Corona geworden. Doch die Festivalmacher lassen sich nicht unterkriegen: Vom 5. bis 10. Mai findet das Event nun im Netz statt.

Social Distancing im Kloster – Szene aus „El Hijo“, einem Computerspiel, das beim Trickfilmfestival für den Animated Games Award nominiert ist. Foto: ITFS/Festival
Social Distancing im Kloster – Szene aus „El Hijo“, einem Computerspiel, das beim Trickfilmfestival für den Animated Games Award nominiert ist. Foto: ITFS/Festival

Stuttgart - Das war eine gute Übung: Am Dienstag haben die Leiter des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) ihre erste Pressekonferenz per Video gegeben. Wie zu erkennen war, hielten Ulrich Wegenast und Dieter Krauß, der künstlerische und der kaufmännische Geschäftsführer, dabei penibel Abstand: Corona hat das Sagen und ist auch der Grund dafür, dass das sonst von 80 000 bis 100 000 Menschen besuchte Trickfilmfestival, weltweit eines der wichtigsten im immer wichtiger werdenden Animationsbereich, in diesem Jahr ins Digitale abwandert. Vom 5. bis 10. Mai – am ursprünglichen Termin hält man fest – heißt es nun: Laptop an fürs Online-Festival ITFS.de.

Der Schlossplatz findet im Netz statt

Wie andere Veranstaltungen auch, ist das ITFS als physisches Ereignis im März wegen der Pandemie abgeblasen worden. „Seitdem aber“, so Krauß bei der Vorstellung der digitalen Variante, „arbeiten wir an der Umsetzung des Online-Festivals.“ Und wenn nicht alles täuscht, hat sein Team das bereits konzipierte Mehr-Sparten-Programm eins zu eins ins Netz übertragen. Fürs breite Publikum am interessantesten: Was in den Vorjahren als Open-Air auf dem Schlossplatz stattfand und täglich Tausende von Menschen vor die große Leinwand auf den Rasen lockte, findet sich jetzt in der Abteilung „Online-Festival Stream“ wieder: ein kostenloser Live-Stream von 12 bis 23 Uhr mit Lang- und Kurzfilmen, Familienprogramm und abendlichen Talks, zu denen der SWR-Moderator Markus Brock lokale und internationale Gäste empfängt. Das Studio wird im Cinema-Kino eingerichtet, mit Blick auf den Schlossplatz – immerhin, auch wenn der Platz in diesem Jahr nicht im Festivalrausch liegen wird.

Etwas bange ist den Festivalmachern beim Digital-Experiment aber schon. „Hoffentlich geht unser Festival in all dem Streaming-Wust, der derzeit angeboten wird, nicht unter“, sagt Ulrich Wegenast, der sich aber gleich wieder Mut zuspricht: „Die Corona-Krise schenkt uns die Chance, weltweit eine digitale Community zu erreichen.“ Also dann ran an Bildschirm mit den animierten Filmen – und ran ans neue Zielpublikum!




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