Drei Tage nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt erhärtet sich der Tatverdacht gegen den gesuchten Tunesier Anis Amri. Ermittler habennach Angaben von Thomas de Maizière Fingerabdrücke Amris am Lkw gefunden.

Berlin - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat bestätigt, dass im Anschlagslastwagen von Berlin Fingerabdrücke des gesuchten Tatverdächtigen Anis Amri gefunden wurden. Die Fingerabdrücke wurden im Führerhaus des Lastwagens gesichert, wie de Maizière am Donnerstag in Berlin sagte. Es gebe zudem „andere zusätzliche Hinweise“ darauf, dass der gesuchte Tunesier „mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter ist“.

Der Innenminister hatte sich zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) beim Bundeskriminalamt in Berlin über den Stand der Ermittlungen informiert. Zuvor hatten bereits die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichtet, dass die Fingerabdrücke Amris an dem Lkw gefunden worden seien, der am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gesteuert wurde. Merkel begrüßte die besonnene Reaktion der Bürger auf den Anschlag in Berlin mit zwölf Toten und fast 50 Verletzten.

Merkel begrüßte die besonnene Reaktion der Bürger

„Ich bin in den letzten Tagen sehr stolz gewesen, wie besonnen die Menschen, die große Zahl der Menschen auf diese Situation reagiert“, sagte sie. Deutschland habe „theoretisch immer gewusst, dass wir auch Zielscheibe des internationalen Terrorismus sind“. Wenn der Fall eintrete, sei es aber „noch einmal etwas ganz anderes“. De Maizière und Maas betonten gleichermaßen, dass über „Konsequenzen“ aus den Vorkommnissen später zu reden sei.

Der mutmaßliche Täter war von den Sicherheitsbehörden als islamistischer „Gefährder“ eingestuft worden und hatte zeitweise unter Beobachtung gestanden. Maas bezeichnete die Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden als „außerordentlich gut“. Merkel lobte deren „hochprofessionelle Arbeit“, die „reibunglos“ funktioniere.