Der Neubau der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart wird am 16. Juni eingeweiht. Der von Behnisch Architekten entworfene Bau thront nun sichtbar über der Stadt. Er fällt ins Auge – und das ist nicht nur allein seiner Lage in Halbhöhe geschuldet.
Die über 1100 Waldorfschulen weltweit sind alle individuell und grundverschieden - und dennoch haben sie etwas gemein: Der anthroposophische, organische Baustil findet sich in jeder einzelnen wieder.
Die Gestaltung dieser Schulgebäude beruht auf der anthroposophischen Lehre: In der Natur folgen Formen Naturgesetzen und vermitteln dadurch Inhalte. Daher werden die Formen der Gebäude den Formen der Natur nachempfunden. Bögen, Schwünge, außergewöhnliche Winkel und Farben zeichnen die Schulgebäude aus. Auf rechte Winkel wird konsequent verzichtet, da die Natur – laut Rudolf Steiner, dem Begründer der anthroposophischen Architektur sowie der Anthroposophie – keine rechten Winkel kenne. Stilmerkmale sind vielmehr „gerundete Ecken“, organische Formen sowie geometrische Figuren. Dächer werden Großteils als Schalen oder Kappen angelegt. In Innenräumen werden natürliche Farben und Lasuren verwendet, zudem wird zu Naturmaterialien wie Holz oder Stein gegriffen.