Anti-Corona-Protest in Schorndorf Polizei trennt Demonstranten

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Bei einer Demonstration im Rems-Murr-Kreis hat am Montag die Polizei eingegriffen. Wer hinter den Protesten gegen die coronabedingten Einschränkungen steckt, lesen Sie hier.

Die Polizei trennte die beiden demonstrierenden Gruppen voneinander. (Symbolbild) Foto: dpa/Patrick Seeger
Die Polizei trennte die beiden demonstrierenden Gruppen voneinander. (Symbolbild) Foto: dpa/Patrick Seeger

Schorndorf - Am Rande einer Demonstration gegen die coronabedingten Einschränkungen hat es am Montag in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) einen Polizeieinsatz gegeben. Zu den 20 bis 30 Demonstranten hatten sich rund 20 Gegendemonstranten aus dem antifaschistischen Spektrum gesellt. Auf der linksgerichteten Onlineplattform Indymedia ist ein Bericht aufgetaucht, demzufolge Aktivisten die Bühne der anderen Demonstranten für rund eine Dreiviertelstunde abgeschirmt hätten. Ziel sei es gewesen, den „Verschwörungsideologen, Reichsbürgern und Rechten die Veranstaltung zu vermiesen“. Dazu störten sie die Redebeiträge der Kundgebung und zerlegten laut eigenen Angaben impfkritische Schilder in deren Einzelteile.

Thomas Hornauer beschallt die Demo mit Meditationsmusik

Unter den treibenden Kräften der Anti-Corona-Demonstration sollen mehrere lokale AfD-Politiker gewesen sein. Auch ein Fellbacher, der infolge der Flüchtlingskrise die rechtsgerichteten „Fellbach wehrt sich“-Demonstrationen ins Leben gerufen hatte, nahm teil. Der Plüderhäuser Unternehmer und Dauer-Bürgermeisterkandidat Thomas Hornauer erschien ebenfalls – er zeigte sich auf einem Thron und beschallte die Teilnehmer mit Meditationsmusik. Obwohl er für die Kundgebung Veranstaltungstechnik zur Verfügung gestellt hatte, äußerte er sich in einem Video anerkennend in Richtung Gegendemonstranten. Er bot den linken Aktivisten sogar an, auf seinen eigenen Veranstaltungen künftig als Ordner zu fungieren.

Ein Video zeigt den Polizeieinsatz in Schorndorf

Im Internet tauchte Videomaterial davon auf, wie sich die Teilnehmer der beiden Demonstrationen einen verbalen Schlagabtausch liefern. Die Gegendemonstranten werden schließlich von Polizisten in Schutzausrüstung, unterstützt von einer Hundestaffel, vom Kundgebungsort geleitet. Laut einer Polizeiführerin vom Dienst gab es bei den Demonstrationen keine gewalttätigen Ausschreitungen oder Verletzte. Die beiden Gruppierungen seien durch eine Polizeikette getrennt worden.

Den Gegendemonstranten zufolge stand die Anti-Corona-Demonstration der Bewegung „Ich bin anderer Meinung“ nahe. Dabei handelt es sich um einen Verein mit Sitz in Kernen, der gerade in der Gründungsphase steckt. Die beiden Vorstände Klaus Pertl und Lothar Hirneise sind auch die Geschäftsführer eines Zentrums für alternative Krebstherapien in Remshalden.

Auch am nächsten Montag wird in Schorndorf wieder demonstriert – voraussichtlich von beiden Seiten.




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