Anti-Terror-Staatsanwaltschaft eingeschaltet Mann in der Nähe von Paris enthauptet

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In der Nähe von Paris ist ein Mann auf offener Straße enthauptet worden. Der Vorfall ereignete sich am späten Freitagnachmittag in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris.

Eine improvisierte Gedenkstätte in Paris nach dem Anschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo im Januar 2015. Foto: dpa/Ian Langsdon
Eine improvisierte Gedenkstätte in Paris nach dem Anschlag auf die Satirezeitung Charlie Hebdo im Januar 2015. Foto: dpa/Ian Langsdon

Paris - Ein Mann ist in der Nähe von Paris auf offener Straße enthauptet worden. Die Bluttat ereignete sich in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris am späten Freitagnachmittag, schreibt die französische Polizei auf Twitter. Nach ersten Angaben gehen die Ermittler inzwischen von einem Terrorakt aus. Aus diese Grund ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft im Fall eines Terroranschlages.

Entdeckt wurde die Tat von Streifenbeamten, als sie einen Verdächtigen kontrollieren wollten, der ein großes Küchenmesser bei sich trug. Als sich die Polizisten näherten floh der Mann, sie konnten ihn nach einer kurzen Verfolgungsjagd allerdings stellen. Auf die Aufforderung, seine Waffe niederzulegen reagierte der Verdächtige nach Angaben der Beamten sehr aggressiv und griff die Polizisten mit dem Messer an. Die zogen wohl ihre Waffen und erschossen den Angreifer.

Opfer soll als Lehrer gearbeitet haben

Die Beamten konnten sich dem Mann zuerst allerdings nicht nähern, da es den Anschein hatte, dass er eine Art Bombengürtel um den Bauch trug. Ein herbeigerufenes Sprengkommando gab jedoch Entwarnung. Beim Absuchen des Geländes entdeckten die Polizisten dann einen weiteren Toten, der offensichtlich von dem Verdächtigen kurz zuvor mit dem Messer enthauptet wurde.

Nach Informationen der Tageszeitung „Le Parisien“ arbeitete der mit dem Messer getötete Mann als Lehrer. Er habe kurz vor seinem Tod mit seinen Schülern im Unterricht über das Thema Meinungsfreiheit diskutiert. Dabei habe er auch Karikaturen, die den Propheten Mohammed zeigen, behandelt.

Prozess wegen Anschlag auf „Charlie Hebdo“ läuft

Es wäre der zweite Terroranschlag mit einem Messer innerhalb weniger Wochen in Frankreich. Vor dem einstigen Sitz der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“-Redaktion in Paris hatte ein Angreifer Ende September zwei Mitarbeiter einer Medien-Produktionsfirma mit einem Hackmesser attackiert und schwer verletzt. Kurz nach der Tat wurde ein Pakistaner in der Nähe des Tatorts festgenommen. Er habe aus Wut über die Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen durch die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ gehandelt, gestand der junge Mann wenig später der Polizei.

Im Januar 2015 hatten zwei Islamisten bei einem Anschlag auf die Satirezeitung zwölf Menschen kaltblütig ermordet, darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs. Derzeit läuft in Paris der Prozess gegen mutmaßliche Helfer. Aus diesem Anlass hatte „Charlie Hebdo“ die umstrittenen Mohammed-Karikaturen erneut veröffentlicht, die die Zeitung damals zur Zielscheibe der Islamisten gemacht hatten.




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