Der pensionierte Arzt bezeichnet Neonazis und Holocaust-Leugner als „Dissidenten“. Fraktionschef Jörg Meuthen will die Vorwürfe prüfen.

Stuttgart - Der AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon (69) bezeichnet in seinem 2012 erschienenen Buch „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“ die Holocaust-Leugner Horst Mahler, Ernst Zündel und David Irving als „Dissidenten“. In dem Buch, aus dem die „Bild“-Zeitung am Mittwoch zitierte, heißt es: „Schließlich predigt man Toleranz und ist empört, wenn in China Dissidenten für Jahre ins Gefängnis wandern. Gleichzeitig sperrt man die eigenen Dissidenten (z.B. Irving, Mahler, Zündel u.a.) für Jahre hinter Gitter.“

Der Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber sieht in Gedeon einen „Anhänger von antisemitischen Verschwörungsauffassungen“. Er bezieht sich auf weitere Bücher von Gedeon, in denen der pensionierte Arzt bezweifelt, dass es sich bei dem Pamphlet „Die Protokolle der Weisen von Zion“ um eine antisemitische Fälschung handelt.

AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen kündigte an, die Vorwürfe „sorgfältig“ prüfen zu wollen. Beim Antisemitismus verfolge seine Partei eine Null-Toleranz-Politik, sagte er der „Bild“-Zeitung.