Antisemitische Graffiti in Stuttgart Staatsschützer ermitteln Verdächtigen – auch Hakenkreuze gesprüht

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Die Polizei kommt einem 28-Jährigen auf die Spur, der ein Dutzend antisemitischer Schmierereien an Wände gesprüht haben soll. Auch ein weiterer Verstoß ist den Ermittlern aufgefallen.

Der Sprayer hat auch die Mauer des Hoppenlaufriedhofs nicht verschont. Foto: dpa/Emily Wabitsch (Symbolbild)
Der Sprayer hat auch die Mauer des Hoppenlaufriedhofs nicht verschont. Foto: dpa/Emily Wabitsch (Symbolbild)

Stuttgart - Die Polizei hat den mutmaßlichen Verursacher von etwa einem Dutzend antisemitischer Graffiti ausfindig gemacht seine Wohnung durchsucht. Der Tatverdächtige ist 28 Jahre alt und der Polizei kein Unbekannter. Er sei aber noch nicht wegen Volksverhetzung oder rechtsradikaler Parolen aufgefallen, so eine Polizeisprecherin. Der Mann soll übers Stadtgebiet verteilt den Spruch „Merkel ist Jüdin“ angebracht haben – darunter auch an der Mauer des Hoppenlaufriedhofs, der einen jüdischen Bereich hat. In zwei Fällen habe er daneben ein Hakenkreuz an die Mauer gesprüht haben. Auch soll öffentlich den verbotenen Hitlergruß gezeigt haben. Mit einem richterlichen Beschluss durchsuchte die Polizei am Dienstag die Wohnung des Mannes. Dabei nahmen die Beamten Beweismaterial mit.

Die Graffiti werden eindeutig als antisemitisch eingeordnet

Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung, hatte die Schmiererei als eindeutig antisemitisch eingestuft. Auch die Polizei wertete die Schriftzüge so, deswegen ermittelte die Staatsschutzabteilung. Die Kriminalpolizei habe intensiv ermittelt, um dem Mann auf die Spur zu kommen. Er sei der Polizei aufgrund seines Drogenkonsums bekannt.

Der Antisemitismusbeauftragte sagte, die Schmiererei passe zu Verschwörungstheorien, die von einer „jüdischen Weltverschwörung“ reden würde. Dieser Verschwörungsmythos werde auch über den Microsoft-Gründer Bill Gates oder den Berliner Virologen Christian Drosten verbreitet.




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