Antrag beim Bundesparteitag in Berlin Stuttgarter SPD fordert Lecktücher für lau

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Die Stuttgarter SPD wirbt beim Bundesparteitag in Berlin für die kostenlose Ausgabe von Kondomen und Lecktüchern in Apotheken. Auf Twitter wird das Thema heiß diskutiert.

Die Stuttgarter SPD-Stadträtin Jasmin Meergans ist für kostenlose Kondome und Lecktücher. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Stuttgarter SPD-Stadträtin Jasmin Meergans ist für kostenlose Kondome und Lecktücher. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Auf dem Bundesparteitag der SPD in Berlin geht es nicht nur um Personalfragen, auch programmatisch soll hier viel geklärt werden. Ein Antrag des Kreisverbands Stuttgart genießt auf Twitter besondere Aufmerksamkeit: Es geht um die Idee, dass Apotheken kostenlos Kondome und Lecktücher zur Verfügung stellen. Der Vorstoß geht auf die Stuttgarter Jusos zurück.

„Es geht dabei um das Vermeiden von Geschlechtskrankheiten, also den Gesundheitsschutz“, sagt Jasmin Meergans, Stuttgarter SPD-Stadträtin. Die Frage sei: Wie viel Verantwortung hat dabei der Staat? „Wir wollen, dass sich das alle Menschen leisten können – ohne Preishürde“, sagt Meergans.

Der ursprüngliche Vorschlag der Stuttgarter Jusos habe sich dahingehend weiterentwickelt, der kostenlosen Kondomausgabe auch Lecktücher hinzufügen. „Wir wollen Lecktücher so auch bekannter machen“, sagt Meergans. Bis vor kurzem sei man da selbst in Drogerien kaum rangekommen und in Apotheken nur sehr teuer. Es sei außerdem richtig, Menschen über Gesundheitsrisiken beim Oralverkehr aufzuklären.

Gesundheitsministerium soll beauftragt werden

Ein weiterer Punkt, der Meergans wichtig ist: „Es soll eine Freiheit von Stigmatisierung ermöglicht und damit eine Hürde genommen werden, indem man seine Bedürftigkeit vor der Ausgabe nicht nachweisen muss.“

Ob der Antrag beschlossen wird, dürfte der weitere Verlauf des Parteitags zeigen. Bei dem Stuttgarter Antrag handelt es sich mitnichten um den einzigen: 1012 Seiten stark ist das SPD-Antragbuch. Kommt die Kondom- und Lecktuch-Initiative durch, soll Ziel sein, das Bundesgesundheitsministerium zu beauftragen, sich über die finanzielle Ausgestaltung Gedanken zu machen – Jens Spahns (CDU) Ressort.

Auf Twitter kann Meergans Argumentation offenbar nicht jeder folgen. So schreibt ein Nutzer des sozialen Netzwerks, dass es seiner Meinung nach drängendere Probleme gebe:

Nicht der einzige Beitrag in diese Richtung:

Andere, wie er, kennen Lecktücher gar nicht:

Womöglich ein Indiz dafür, dass die SPD zumindest damit Recht hat: Überall angekommen sind die Möglichkeiten des Gesundheitsschutzes bei Sexualkontakten offenbar noch nicht.

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