Die Grünen bitten die Stadtverwaltung um Auskunft über die Zukunft der Fläche unter der Paulinenbrücke.

Leben: Nina Ayerle (nay)

S-Süd - Viel hat sich in den vergangenen ein, zwei Jahren an der Tübinger Straße getan: Das Gerber hat im September eröffnet, und das Caleido trägt mit zahlreichen Restaurants im Erdgeschoss zu einer lebendigen Straße bei.

Dabei galt die Tübinger Straße, die Verbindung zwischen den Bezirken Mitte und Süd, lange als das Sorgenkind – auch aus der Sicht des Bezirksbeirats Süd. Die Wohnungslosen- und Trinkerszene unter der Paulinenbrücke bereitete den Lokalpolitikern Kopfzerbrechen, der Ecke haftete lange ein Schmuddelimage an. Aufenthaltsqualität dort: Fehlanzeige.

Die Parkfläche soll einer anderen Nutzung weichen

Das neue Wohnquartier Ecke Fangelsbach-, Tübinger- und Hauptstätter Straße der Ludwigsburger Firma Strenger Bauen und Wohnen soll weiter dazu beitragen, dass die Straße mit einer freundlicheren Atmosphäre die Anbindung an die Innenstadt schafft.

Die Grünen-Fraktion im Bezirksbeirat Süd ist nach wie vor vor allem mit der Situation unter der Paulinenbrücke unzufrieden. In einem Antrag fordert sie die Stadtverwaltung auf, über die Pläne für die städtische Fläche unter der Brücke zu berichten. Relevant ist für die Grünen dabei vor allem, welche Kündigungsfrist die Firma Apcoa, die für die Bewirtschaftung der dortigen Parkplätze zuständig ist, hat. Und natürlich auch, ob die Stadt überhaupt die Absicht hat, von einem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. Die Intention der Grünen dahinter: „So wie sich das Gesamtviertel dort entwickelt, stellen wir uns an dieser Stelle eine andere Nutzung vor“, sagt Christa Niemeier, Fraktionssprecherin der Grünen im Bezirksbeirat Süd. Für die Fläche haben die Grünen eine Art öffentliches Beteiligungsverfahren im Sinn, in welchem entschieden werden könnte, was genau mit der Fläche passieren soll. „Wir haben jetzt keine Vorstellung, dass der Platz so und so aussehen soll“, sagt Niemeier. Dennoch würden sie gerne wissen, mit welcher Perspektive gerechnet werden könne.

Das Tor zum Süden ist bisher kein Aushängeschild

Im Oktober startet die Stadt auch am Rupert-Mayer-Platz an der Marienkirche mit dem dritten Bauabschnitt. Dies sehen die Grünen als ideale Gelegenheit, an eine „weiterentwickelte Nutzung der Flächen unterhalb der Paulinenbrücke“ zu denken, heißt es in dem Antrag. Soll heißen: Das „Tor zum Süden“ soll schöner werden. Bisher sei dieser Ort „kein Aushängeschild“ für den Stadtbezirk. Der optisch deutlich zu sehende Bruch zwischen dem Bereich der Tübinger Straße, der noch zur Stadtmitte gehört, und dem Stuttgarter Süden soll in Zukunft aufgehoben werden.