Antrag von Grünen und SPD in Korb Turbulenzen in der Schuldiskussion

Von Claudia Leihenseder 

Eigentlich ist sind ein Anbau und die Sanierung der Urbanschulein Korb längst beschlossene Sache. Doch kurz vor der Vergabe der Bauarbeiten gibt es einen neuen Vorschlag.

Eigentlich ist ein Anbau an die Korber Urbanschule beschlossene Sache. Foto: Gottfried Stoppel
Eigentlich ist ein Anbau an die Korber Urbanschule beschlossene Sache. Foto: Gottfried Stoppel

Korb - Eigentlich ist es schon seit Jahren ausgemachte Sache: Die Urbanschule in Korb soll entlang der Eugen-Ruoff-Straße einen Neubau erhalten, der an das bestehende Gebäude der Gemeinschaftsschule angeschlossen wird. Zudem soll der Altbau saniert werden. Dafür hatte sich der Gemeinderat nach langer Diskussion durchgerungen und sich gegen eine Campuslösung an der Brucknerstraße entschieden – unter anderem der Kosten wegen. Doch diese sind – auch wegen der anhaltend guten Baukonjunktur und der Auslastung der Handwerker – ziemlich explodiert. So sehr, dass auch der Gemeinderat im Sommer die Reißleine gezogen und im Herbst die Arbeiten ein zweites Mal ausgeschrieben hat – mit einem besseren Ergebnis, das an diesem Dienstagabend im Gemeinderat vergeben werden soll.

Eltern sagen plötzlich Nein zum Umbau

Doch es formiert sich Widerstand. Eltern, die noch im Sommer einen raschen Baubeginn forderten, plädieren nun für ein Umdenken. „Wir sagen NEIN zum sehr kostspieligen Umbau der alten Urbanschule!“, ist auf einem Flyer zu lesen, der auch im Internet verbreitet wird. Der Grund sind eben die Kosten für das Bauvorhaben, die sich nun den ursprünglich angenommenen Kosten für eine Campuslösung nähern. „Jetzt besteht noch die Möglichkeit, die Richtung zu wechseln“, betont Michaela Branz, die Elternbeiratsvorsitzende der Gemeinschaftsschule.

Und das mit einem ganz konkreten Vorschlag, den der Gemeinderat Gerhard Brenner (Grüne) in Form eines gemeinsamen Antrags der Grünen und der SPD eingebracht hat, der ebenfalls an diesem Dienstagabend auf der Tagesordnung steht: Statt für derzeit veranschlagte rund zwölf Millionen Euro einen Anbau an die Urbanschule zu erstellen sowie das Bestandsgebäude zu sanieren, solle lieber wieder die Campuslösung in Betracht gezogen werden. In der Form, dass unterhalb der Keplerschule zwischen Sportplatz und Alexanderstift oder wahlweise oberhalb der Brucknerstraße gebaut wird – nach bestehenden Plänen aus Neubulach (Kreis Calw). Dort werde derzeit für rund 4,5 Millionen Euro die Gemeinschaftsschule erweitert. „Die Planungen könnten wir einfach übernehmen“, sagt Brenner – und so für viel weniger Geld bauen als derzeit im Raum stehe.

Die Verwaltung ist skeptisch

Die vorläufige Prüfung des Antrags lässt dem neuen Ansinnen allerdings kaum Chancen. „Es ist nicht möglich, an völlig anderer Stelle das gleiche Gebäude zu erstellen“, sagt der Bürgermeister Jochen Müller. Zudem seien die Projekte von Korb und Neubulach nicht vergleichbar. Die Gemeinschaftsschule im Schwarzwald sei dreizügig, die in Korb vierzügig. Die Raumprogramme – jenes in Korb wurde aufwendig in Workshops und Bürgerbeteiligung mit Eltern, Lehrern, Verwaltung und Architekten erarbeitet – wichen deutlich voneinander ab. Die Vorlage führt noch weitere Argumente auf: Etwa, dass die ersten Versorgungsleitungen schon verlegt worden seien. Oder, dass auch bei einem Planungsstopp zwei Millionen Euro fällig würden. Zudem müsste das Raumprogramm neu abgestimmt werden. Das Fazit: „Unter Berücksichtigung aller Faktoren ist ein Neubau im Bereich der Brucknerstraße nicht kostengünstiger zu errichten.“

Der Rektor der Gemeinschaftsschule, Thomas Kuntz, kann hingegen nachvollziehen, dass die Bürger die Entscheidung für den Schulstandort an der Urbanstraße hinterfragen – und das nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen der zu erwartenden Entwicklung der Einwohnerzahl: „Müsste man da nicht überlegen, die Schule noch einmal mehr zu erweitern?“, fragt sich Kuntz. Er selbst hatte vor vier Jahren die Campuslösung favorisiert. Heute zeigt sich der Schulleiter relativ neutral: „Ich kann mit beiden Lösungen leben.“ Die Frage sei nur, welche der beiden Varianten zukunftsfähig sei.




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