Als „Schwabitalo“ bezeichnet sich Miccoli – denn sie ist zwar gebürtige Schwäbin, hat aber italienische Wurzeln. Die erklären vielleicht auch die scheinbar nicht zu bändigende Lebensfreude und Positivität, die ihr aus jeder Pore strahlt. Kaum ein schlechtes Wort und immer eine hoffnungsvolle Lebensweisheit hat sie in petto, egal, über welches Thema sie gerade spricht. Etwa in Sachen Lebenslauf: Darauf tummeln sich ein BWL-Studium, eine Ausbildung zur Werbekauffrau, Jobs in der Immobilienbranche und Immobilienfinanzierung. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Miccoli über jede dieser Stationen.
Bei Breuninger wurde sie als Model entdeckt
Ihre Liebe zur Bühne, die begann, als sie mit 15 Jahren bei einem Besuche im Modehaus Breuninger als Model angeheuert wurde, hat dann aber doch irgendwann gesiegt. Als Curvy-Model will Miccoli besonders Frauen inspirieren, so glücklich zu sein, wie sie sind. „Lutsch nicht am Salatblatt, sondern iss das ganze Menü“, pflegt sie deshalb zu sagen, die Devise: Das Leben genießen. Heute arbeitet die Leonbergerin nicht nur als Model, sondern moderiert auch Modenschauen und Sendungen beim Shoppingkanal HSE – und will jetzt außerdem im Schlager richtig durchstarten.
Dabei ging das mit der Musik bei Miccoli eigentlich schon viel früher los. Ihr Vater Toni Miccoli ist Sänger, die Mutter ebenfalls musikalisch veranlagt. „Im Elternschlafzimmer stand damals der Marshall-Verstärker“, erzählt Miccoli heute. Und auf dem großen Flügel im Wohnzimmer hätte der Vater stets geklimpert. Circa 2013, da ging es dann auch bei der Leonbergerin richtig los. „Ich habe angefangen, immer wieder in mein Handy reinzusingen“, erinnert sie sich. Bald wurden aus den Ideen und Schnipseln die ersten richtigen Lieder. Am Neujahrstag 2017 erschien dann Anuschka Miccolis erster Song „Gib niemals auf“. Ideen hat sie nach wie vor zahlreiche: Die Notizen-App ihres Smartphones ist seitdem ständig „ganz schön beansprucht.“
Schlager bleibt im Kopf
Ihre Lieder singt Anuschka Miccoli bis heute stets auf Deutsch. „Das ist die Sprache, die die Menschen hier verstehen“, sagt sie. Ihr kommt es bei den Texten auf den Inhalt an – und besonders auf eine positive, bestärkende Message. „Wörter haben Kraft“, sagt Miccoli. Mut machen und Lebensfreude schenken sollen ihre Lieder. Auch deshalb liebt die Sängerin das Genre, in dem sie ihr musikalisches Zuhause gefunden hat. Schlager, das sind meistens Ohrwürmer – und damit eben auch positive Affirmationen, die im Kopf bleiben. Solche „erhellenden Funken“, findet Miccoli, brauche die Welt gerade besonders dringend.
Um diese erhellenden Funken in die Welt zu tragen, braucht es eine große Reichweite, das weiß auch Miccoli. Ihr großer Traum ist ein Auftritt im Fernsehen, bei einem der großen Musikformate, die es im deutschen Fernsehen eben gibt, „Fernseh-Garten“ zum Beispiel. Aber: „Als Newcomer da reinzukommen ist schwer“, sagt Miccoli. Am Ball bleiben will sie trotzdem. Viele ihrer Projekte stammen aus eigener Feder, Auftritte akquiriert sie selbst.
Bei der Frage nach den bisherigen Highlights ihrer Schlagerkarriere zählt sie eine lange Liste auf: Auftritte beim Winnender Citytreff, im Marbacher Bootshaus, beim Stuttgarter Christopher Street Day gehören dazu. Vergangenes Silvester organisierte sie innerhalb von einer Woche mit ihrem Partner eine Schlagerparty, die bei Regio TV ausgestrahlt wurde. 2024 folgten Teilnahmen bei der Polarnacht in Böblingen, ein Besuch beim SWR – und sogar ein Auftritt auf der Schlagerhochburg Mallorca.
Dabei zählt sich Miccoli eigentlich gar nicht zur Ballermann-Sparte des deutschen Schlagers. Die Reise war trotzdem wertvoll, berichtet sie, zum „Kontakte knüpfen und Synergien herstellen“.
Schlagersängerin will in Leonberg bleiben
Trotz aller großen Pläne wird es Miccoli auch in Zukunft in der Region Stuttgart halten, hier konzentriert sich ein großer Teil ihrer Projekte. Die Heimatverbundenheit ist für den aufmerksamen Zuschauern auch in ihren Musikvideos zu sehen: Der Clip zu „Vielleicht für immer“ wurde teilweise im Leonberger Traumpalast und teilweise in der V9 Motorworld in Böblingen gedreht. „Ich mache gerne diese Dinge in der Region, mit den Leuten hier“, sagt die Sängerin. Bei ihren Auftritten trifft sie inzwischen schon eigene Fans, die ihr kleine Geschenke mitbringen und sich Fotos signieren lassen. Ein schönes Gefühl, sagt Miccoli.
Den Drang, auf Deutschlandtour zu gehen oder für Konzerte in weite Fernen zu reisen, hat sie aber nicht, das sei vielleicht auch die Reife, vermutet sie. „Ich will Freude ausstrahlen“, sagt Miccoli. „Das geht nur, wenn ich selbst kraftvoll bin.“