Anwendungen für iOS und Android Wie seriös sind die Corona-Apps?

Die brandneue Corona-Warn-App ist bereits die zweite offizielle Tracing-App des Robert-Koch-Instituts. Foto: imago images/3S Photography/Sven-Sebastian Sajak
Die brandneue Corona-Warn-App ist bereits die zweite offizielle Tracing-App des Robert-Koch-Instituts. Foto: imago images/3S Photography/Sven-Sebastian Sajak

Neben der neuen Corona-Warn-App der Bundesregierung gibt es einige weitere Apps, die zur Eindämmung des Virus beitragen sollen. Aber sind sie auch vertrauenswürdig?

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Stuttgart - Die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung ist in der Nacht zum Dienstag an den Start gegangen. Doch in den App-Stores tummeln sich noch so manche andere Anwendungen, mit denen sich Nutzer zum Beispiel selbst auf ihr Infektionsrisiko testen können.

Doch welche App ist nun die richtige – und wie seriös sind die anderen? Wir stellen einige der aktuell verfügbaren Corona-Apps vor.

Corona-Apps des Robert-Koch-Instituts

Die frisch veröffentlichte Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts (RKI) steht in den App-Stores von Google und Apple kostenlos zum Herunterladen bereit. Sie ist ein Angebot der Bundesregierung und die einzige offizielle deutsche Tracing-App, mit der mögliche infektiöse Kontakte nachverfolgt werden. Über Bluetooth misst die neue Warn-App, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und teilt dies – freiwillig – mit der App, dann werden dessen Kontakte benachrichtigt. Dabei werden die Daten der infizierten Person pseudonym übermittelt. Die Kontaktdaten werden für 14 Tage auf den Smartphones gespeichert und dann gelöscht.

Mehr über die Corona-Warn-App erfahren Sie hier: Die wichtigsten Fakten zur Nutzung der neuen App

Bereits seit Anfang April sammelt die Datenspende-App des RKI über Fitness-Tracker Gesundheitsdaten. Anhand von Bewegungs-, Schlaf- und Pulswerten soll die Anwendung Symptome erkennen und so mögliche Corona-Infektionen abschätzen können. Es handelt sich nicht um eine Tracing-App, Kontakte werden also nicht nachverfolgt, wie es bei der Warn-App der Fall ist. Möglichst hoher Datenschutz ist auch bei dieser App gewährleistet: Die Gesundheitsdaten werden über eine individuelle Nutzer-ID zugeordnet, Rückschlüsse auf die Person sind also nicht möglich. Auch diese App ist in den App-Stores von Google und Apple kostenfrei verfügbar.

Zur Selbsteinschätzung

Ähnlich wie die Datenspende-App ermöglichen weitere, inoffizielle Anwendungen eine Einschätzung des persönlichen Infektionsrisikos mit dem Coronavirus. Sie beruhen auf freiwilliger Selbstauskunft und ersetzen damit weder einen Arztbesuch noch einen Corona-Test.

Besonders nutzerfreundlich und informativ ist die App Corona Check: In einem kurzen Screening können Nutzer Fragen zu Symptomen und Kontaktpersonen beantworten. Je nach Ergebnis erhalten sie dann unverbindliche Empfehlungen zum weiteren Vorgehen. Außerdem finden sich in der App Hygiene-Tipps und Neuigkeiten rund um das Virus. Seriös und sicher ist der Corona-Check auch: Die App berücksichtigt die Empfehlungen des RKI und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit betrieben. Persönliche Daten werden nicht gespeichert. Sowohl Android- als auch iOS-Nutzer können sich die App herunterladen.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die App COVID-19 Symptom Tracker des Universitätsklinikums Freiburg, die aber vor allem dem wissenschaftlichen Interesse dient. In zwei Fragenkatalogen können Nutzer angeben, ob sie Symptome aufweisen und ob sie zur Risikogruppe gehören, und so ihr eigenes Infektionsrisiko einschätzen. Mit diesen Angaben wollen Forscher das Coronavirus besser verstehen und Symptome früher erkennen können. Alle Daten werden anonym und ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken erhoben, eine Rückverfolgung zur Person ist nicht möglich. Die App gibt es für Android- und iOS-Geräte.

Kontakt-Tagebuch

Eine inoffizielle Variante der neuen Warn-App der Bundesregierung ist Coronika, eine Anwendung des Düsseldorfer Design-Studios Kreativzirkel. Die App funktioniert wie ein Tagebuch, in das Nutzer eintragen können, welche Kontakte sie getroffen haben und wo sie gewesen sind. So können Infektionsketten nachverfolgt werden und eine Ausbreitung des Coronavirus reduziert werden. Zudem enthält die App aktuelle Nachrichten rund um Corona, praktische Hygienetipps und sogar eine regelmäßige Erinnerung ans Händewaschen. Die Daten bleiben auch hier geschützt: Tagebucheinträge werden lokal auf dem Gerät gespeichert und nicht weitergegeben. Coronika ist bereits in 17 Sprachen verfügbar, bislang aber nur für Android-Geräte.

Lesen Sie auch: Eine App ist kein Allheilmittel

Für Corona-Patienten

Über die App COVID-19 können sich getestete Patienten über ihre Ergebnisse informieren lassen. Die Software wurde von der Bucher Gruppe entwickelt und richtet sich nur an Personen, die bereits einen Corona-Abstrich gemacht haben. Sobald das untersuchende Labor den Befund übermittelt hat, wird dem Patienten das Testergebnis über eine Push-Benachrichtigung mittels eines Ampelsystems mitgeteilt. Die App will somit eine möglichst schnelle Reaktion auf positive Tests ermöglichen. Patienten können die Anwendung in den App-Stores von Google und Apple kostenlos herunterladen.

Wie gut die Patienten-App allerdings in der Praxis funktioniert, ist zweifelhaft: Mehrere Nutzer klagen im App-Store über Fehlermeldungen, viele berichten, ihr Testergebnis über die App noch nicht erhalten zu haben, obwohl es bereits schriftlich vorlag. Besser scheint der herkömmliche Informationsweg zu funktionieren: telefonisch oder per Post.




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