Anwohnerbeschwerden Kleine Baustellen auf großer Baustelle

Anwohner der Baulogistikfläche am Nordbahnhof wünschen sich eine Schranke am Bahnübergang, damit das Hupen beim Überqueren der Gleise aufhört Foto: Rebecca Anna Fritzsche
Anwohner der Baulogistikfläche am Nordbahnhof wünschen sich eine Schranke am Bahnübergang, damit das Hupen beim Überqueren der Gleise aufhört Foto: Rebecca Anna Fritzsche

Manche Abläufe auf der S-21-Logistikfläche sollen verbessert werden, verspricht die Bahn. Einige Anwohner beschweren sich über Lärm auf der Baustelle, der vermeidbar sei.

Filderzeitung: Rebecca Anna Fritzsche (fri)
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S-Nord - Die Bahn will bei den Abläufen auf der Logistikfläche und der Baulogistikstraße in einigen Punkten nachbessern. Das ist das Ergebnis des jüngsten Bürgerstammtisches des Infoladens Stuttgart 21 auf der Prag. Verbessert werden soll etwa die Erreichbarkeit der Bau-Info, die eigentlich rund um die Uhr besetzt sein sollte. Einige Anwohner beklagten, dass sie häufig sogar mehrmals versucht hatten anzurufen, es habe jedoch niemand abgehoben.

Oxana Ostwald von der Bau-Info, die das Telefon tagsüber mit einer Kollegin betreut, konnte sich das nicht erklären und versprach nachzuforschen. „Zwischen 8 und 17 Uhr sind wir direkt am Telefon“, erklärte sie das Prinzip. Außerhalb dieser Zeiten komme der Anruf bei der DB Dialog an, die in Notfällen auch nachts die Bau-Info-Kolleginnen informiere. Nach Aussagen einiger Anwohner nutzen die Lastwagen auf der Baulogistikstraße die Reifenwaschanlage nicht, sondern fahren daran vorbei. Auf diese Weise würden Staub und Dreck im Viertel verteilt. Auch hier versprach Ostwald nachzufragen.

Frustration und Ärger auf Seite der Anwohner

Nach wie vor herrscht bei den meisten Anwohnern große Frustration. Ein Kommentar lautete: „Die Bauarbeiter machen doch sowieso, was sie wollen.“ Eine Bewohnerin der Sarweystraße merkte an, dass ihnen versprochen worden sei, am Bahnübergang auf der Logistikfläche am Nordbahnhof eine Schranke einzurichten. Ohne diese hupten die Lastwagen ständig vor der Überquerung des Übergangs. „Seit sechs Monaten beschweren wir uns darüber – und es passiert nichts“, so die Bewohnerin.

Es wäre viel von dem Lärm auf der Baustelle vermeidbar

Zum anderen gibt es noch keine Neuigkeiten, was die Rückfahrpiepser der Lastwagen angeht. Die Anwohner sind überzeugt, dass diese durch andere Signalsysteme ersetzt werden könnten, um den Lärm abzuschalten. Man habe nun einen Termin mit der BG Bau, der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, gehabt, berichtete Thomas Türk von der Koordinationsstelle Planänderungsverfahren und Planfeststellung des Bahnprojekts. Eine Umrüstung werde von der BG geprüft, sie werde „sehr wahrscheinlich kommen. Aber die BG Bau muss die Umstellung zuerst abnicken“, so Türk. Wenn dies geschehen sei, müssten die Bauunternehmer dazu gebracht werden, auf neue Technologien umzurüsten. „Das wird aber nicht für alle Baustellenfahrzeuge möglich sein.“ Fahrzeuge, die nicht nur auf der Baustellenfläche fahren, sondern auch auf öffentlichen Straßen, „werden nicht ohne Piepser gehen“, ergänzte Bahn-Anwalt Peter Schütz.Eine klare Ansage kam aber von Alice Kaiser, der städtischen Bürgerbeauftragten für Stuttgart 21: Nach ihrer Auffassung gehört das sogenannte „Abschlagen“ zum vermeidbaren Lärm und ist somit zu unterlassen. Damit ist gemeint, wenn Kipplaster oder andere Baustellenfahrzeuge ihre Ladung abladen und danach mehrmals die Ladefläche auskippen, um sicherzugehen, dass alles Transportgut abgeladen ist. Über diesen Lärm hatten sich ebenfalls einige Nachbarn beschwert.

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