Anwohnerparken geplant Ludwigsburg hofft auf weniger Verkehr durch Anwohnerparken
Die Bürger äußern bei einer Infoveranstaltung in Eglosheim kaum grundsätzliche Kritik. Manche wünschen sich in dem Ludwigsburger Stadtteil aber ein Parkhaus.
Die Bürger äußern bei einer Infoveranstaltung in Eglosheim kaum grundsätzliche Kritik. Manche wünschen sich in dem Ludwigsburger Stadtteil aber ein Parkhaus.
Im Osten des Ludwigsburger Stadtteils Eglosheim sollen von Ende 2023 an nur noch die Anwohner ihre Autos länger als für zwei Stunden abstellen dürfen. Das Anwohnerparken soll dann 120 Euro jährlich kosten. Bei einer Informationsveranstaltung zu dem Thema haben die Bürger kaum grundsätzliche Kritik an den Plänen der Stadt vorgebracht. Sie haben allerdings viele Detailfragen gestellt - etwa diese: Wie ist die Regelung für Wohnmobile?
Zudem wurde der Bau eines Parkhauses in Eglosheim ins Gespräch gebracht, das aus der Sicht mancher Anwohner spätestens dann erforderlich sein dürfte, wenn die benachbarte Hochschule, geplant ist von 2024 an, erweitert werden sollte. Der Wunsch nach einem Parkhaus wurde von vielen Anwesenden mit Applaus quittiert. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Studenten von rund 7000 auf etwa 10000 steige, erklärte ein Zuhörer. Sollten nur die Hälfte dieser 3000 zusätzlichen Studenten mit dem Auto kommen, „dann sind das 1500 Autos mehr“. Seine Frage: „Wo sollen die parken?“
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Die schnelle Antwort von Christoph Beil, bei der Stadt zuständig für den Fachbereich Nachhaltige Mobilität: „Nicht im Wohnbereich.“ Die geplante Neuregelung mit dem Anwohnerparken werde nämlich verhindern, dass Studenten – oder wer auch immer – unbefugt ein Auto auf der Straße abstelle. Die Einhaltung der Neuorganisation solle regelmäßig kontrolliert werden.
Die Stadt und die Hochschule arbeiteten „Hand in Hand“. Das Ziel sei es, dass die Studenten nicht mit dem Auto kämen, sondern mit der S-Bahn, die in unmittelbarer Nähe halte, mit Bussen, mit Fahrrädern oder zu Fuß. Ein Stellplatz in einem Parkhaus koste durchschnittlich rund 20 000 Euro. Bürgermeister Sebastian Mannl sagte, der Bau eines Parkhauses sei zwar „immer möglich“, aber er bezweifele, dass die Menschen bereit seien, in Eglosheim monatlich zwischen 80 und 250 Euro für eine Stellplatz zu bezahlen. Er befürchte, dass ein neues Parkhaus schlecht angenommen werden könnte.
Ein Ziel der Neuregelung sei es, den Parksuchverkehr in den Wohngebieten zu verringern – denn künftig wisse jeder: Es ist nur noch gestattet, das Auto für maximal zwei Stunden mit Parkscheibe abzustellen. Und diese Zeit sei sowohl für Studenten als auch für S-Bahn-Pendler und für Menschen, die in Eglosheim arbeiten, zu kurz. Wo sie ihr Fahrzeug denn künftig abstellen solle, wollte eine Berufspendlerin prompt wissen. Sie komme mit dem Wagen nach Eglosheim. Beil verwies auf die Mobilitätsberatung der Stadt: Die Dame könne mit dem ÖPNV anreisen oder mit einem E-Bike. Ferner sei geplant, auf einem kleinen Parkplatz in Eglosheim Stellplätze für fünf Euro pro Tag anzubieten.
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Und wie ist nun die Regelung für Wohnmobile? Ganz einfach, so die Vertreter der Verwaltung: Nur wer glaubhaft nachweisen könne, dass er ein Wohnmobil regelmäßig nutze – etwa für Einkaufsfahrten – bekomme einen Anwohnerparkausweis. Alle anderen nicht. Hintergrund: rund um die Hochschule werden Wohnmobile auch als Ersatz für fehlende Studentenbuden genutzt.
Ausnahmen möglich
Zeitplan
Der Gemeinderat soll Ende Juli den Beschluss zum Anwohnerparken fällen. Von September 2023 an soll es möglich sein, die Parkausweise zu beantragen. Im November, spätestens im Dezember 2023 sollen die Neuregelungen gelten.
Ausnahmegenehmigung
Für Handwerker, für Pflegedienste und für Unternehmen aus Eglosheim sind Ausnahmegenehmigungen vorgesehen.
Ausweis
Einen Anwohnerparkausweis bekommt nur, wer keinen eigenen Stellplatz vor dem Haus oder in einer Garage hat.
Zeiten
Die Neuregelung für das Anwohnerparken im Wohngebiet soll montags bis samstags gelten, von 8 bis 19 Uhr.