AOK fordert Werbeverbot für Zigaretten Raucher lassen sich nicht schockieren

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Die AOK fordert Werbung für Tabak zu verbieten. Dabei stützt sich die Krankenkasse auf eine Forsa-Studie. Derzufolge werden die Raucher im Land zwar weniger und qualmen auch weniger. Aber sie fangen immer früher an. Und von Schockbildern auf den Packungen lässt sich kaum ein Raucher beeindrucken.

90 Prozent der Raucher im Land bezeichnen die Warnfotos auf Zigarettenschachteln als eher nicht abschreckend. Ein Werbeverbot für Tabakwaren hingengen fänden zwei Drittel der Befragten gut. Foto: dpa-Zentralbild
90 Prozent der Raucher im Land bezeichnen die Warnfotos auf Zigarettenschachteln als eher nicht abschreckend. Ein Werbeverbot für Tabakwaren hingengen fänden zwei Drittel der Befragten gut. Foto: dpa-Zentralbild

Stuttgart - Fotos von Karzinomen, Teerlungen, von verfaulten Zähnen oder amputierten Gliedmaßen sollen seit zwei Jahren Rauchern den Griff zur Zigarettenschachtel vermiesen. Eingefleischte Raucher im Südwesten indes lassen sich von diesen Bildern nicht schockieren. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des Forsa-Instituts, die die AOK Baden-Württemberg in Auftrag gegeben hatte. Derzufolge gaben 90 Prozent der regelmäßigen Raucher an, die Bilder eher nicht für abschreckend zu halten. Dafür finden mehr als zwei Drittel der Befragten im Land (68 Prozent) ein grundsätzliches Werbeverbot für Tabakwaren sinnvoll.

Einstiegsraucher werden immer jünger

Die AOK unterstützt diese Forderung vor allem mit Blick darauf, dass die Einstiegsraucher immer jünger werden. 45 Prozent der Raucher waren unter 15 jahre alt, als sie sich das erste Mal eine Kippe angezündet haben. „Insbesondere jüngere Menschen lassen sich durch Werbung leicht beeinflussen“, sagt Manuela Pfinder, Suchtexpertin bei der AOK Baden-Württemberg. Diese Gruppe sei zugleich besonders gefährdet. Denn je früher man anfängt zu rauchen, desto schwerer sind die gesundheitlichen Folgen und desto höher das Risiko, ein Leben lang am Glimmstängel zu hängen. Die Schockbilder hätten nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, so Pfinder. „Dafür könnte aber ein Werbeverbot für Tabakwaren dazu führen, dass in Zukunft weniger Menschen überhaupt erst mit dem Rauchen anfangen.“ Für die Studie hatte Forsa 1010 Menschen befragt. Die Zahl der Raucher ist leicht gesunken – und jeder Sechste in Baden-Württemberg raucht regelmäßig. Weitere sieben Prozent qualmen zumindest gelegentlich. 2005 aber hatte sich laut Statistischen Landesamt noch jeder Fünfte als regelmäßiger Raucher bezeichnet.

Sieben Prozent greifen zu E-Zigaretten

Allerdings raucht man heute offenbar weniger. 2005 zündeten sich noch 78 Prozent der Raucher täglich sechs bis 20 Zigaretten oder Zigarillos an. So viel rauchen heute nur noch 35 Prozent. 29 Prozent rauchen höchstens fünf Zigaretten am Tag. 2005 waren das nur acht Prozent der Raucher. Neun Prozent rauchen mehr als eine Schachtel; 2005 waren das noch 15 Prozent gewesen. Außerdem greifen inzwischen sieben Prozent der Raucher weder Zigarette noch Zigarillo, sondern ausschließlich E-Zigarette, Shisha, Zigarre oder Pfeife.