Appen bei Hamburg Absperrung umkurvt – Feuerwehrmann angefahren

Von Jan Merklinger 

Rettungskräfte und Polizisten sind häufig mit uneinsichtigen Bürgern konfrontiert. Doch was nun im Kreis Pinneberg passiert ist, ging über Beleidigungen hinaus: Nur mit einem Sprung auf die Motorhaube konnte sich ein Feuerwehrmann vor einem Autofahrer retten.

Trotz Erklärung missachtete der Fahrer die Absperrung erneut (Symbolbild) Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer
Trotz Erklärung missachtete der Fahrer die Absperrung erneut (Symbolbild) Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer

Appen - Ein Feuerwehreinsatz aufgrund einer Ölspur klingt erst einmal recht unspektakulär. In Appen bei Hamburg sorgte ein Autofahrer allerdings dafür, dass ein Feuerwehrmann sich nur noch mit einem Sprung auf die Motorhaube zu helfen wusste.

Der Autofahrer, zu dem in der Mitteilung der Einsatzkräfte keine weiteren Angaben gemacht wurden, umkurvte am Sonntagnachmittag eine Absperrung, indem er zunächst auf die Gegenfahrbahn auswich. Da auf der Straße noch Reinigungsarbeiten liefen, signalisierte ein Feuerwehrmann diesem die Sperrung per Handzeichen und lief dem Fahrer ein Stück entgegen. Dieser rollte dennoch auf die 36-jährige Einsatzkraft zu und touchierte den Mann mit seinem Auto am Knie.

Nachdem der Feuerwehrmann dem Fahrer die Situation erklärt hatte, wandte er sich ab, um erneut seinen Posten an der Kreuzung einzunehmen. Als er sich kurz darauf umdrehte, fuhr der Autofahrer zwar langsam auf ihn zu, aber so schnell, dass er nur mit einem Sprung auf die Motorhaube retten konnte.

Die Feuerwehr alarmierte daraufhin die Polizei, um den Unfall aufzunehmen. Der betroffene Feuerwehrmann blieb laut der Pressemeldung zwar einsatzbereit, erstattete aber Anzeige und kündigte an, wegen einer Schwellung am Knie einen Arzt aufzusuchen.

„Ich finde es beschämend, dass ein Autofahrer, für dessen Sicherheit wir im Einsatz sind, es billigend in Kauf nimmt, Einsatzkräfte zu verletzen“, sagte Kreiswehrführer Frank Homrich zu dem Zwischenfall. Daran, dass man an Absperrungen oft diskutieren müsse, habe man sich mittlerweile schon fast gewöhnt und auch an die ein oder andere Beleidigung sei durchaus nicht mehr ungewöhnlich, aber dies sei eine andere Qualität.

„Das ist Gewalt gegen Einsatzkräfte“, so Homrich, der daran erinnerte, dass alle Feuerwehrkameraden im Kreis Pinneberg ehrenamtlich im Einsatz sind.