Applaus-App für Autobühnen Klatschen und Jubeln via Telefon

Von Bernd Haasis 

Die Gemeinde Auenwald bei Backnang hatte ein der ersten Autobühnen – und verfügt nun über die erste Applaus-App im Land.

Ingo Appelt am Freitag auf der Autobühne hinter der Auenwaldhalle in Unterbrüden Foto: Thomas Bader
Ingo Appelt am Freitag auf der Autobühne hinter der Auenwaldhalle in Unterbrüden Foto: Thomas Bader

Auenwald - Autobühnen ermöglichen in Corona-Zeiten Veranstaltungen aller Art bei minimalem Infektionsrisiko. Eine der ersten stand hinter der Auenwaldhalle in Unterbrüden bei Backnang. Der Zuspruch ist groß – doch es fehlte der Applaus. „Stille tut den Künstlern nicht gut, Hupen oder gar Lichthupe nerven sie“, sagt der Elektromeister und Netzwerktechniker Thomas Bader. Er hat die Bühne mit initiiert und kümmert sich um die Technik, die Beschallung, die Funkübertragung ins Autoradio, den Bratwurst-Bestellservice per SMS. „Im Internet bin ich dann auf MeinApplaus.de gestoßen, eine Applaus-App fürs Mobiltelefon Ich habe angerufen, aber sie waren noch im Versuchsstadium – und eigentlich auf Fußball ausgerichtet.“

Ursprünglich für den Fußball entwickelt

Die App hat Knöpfe, die Klatschen, Singen, Jubeln und Pfeifen auslösen, wenn man sie drückt, je stärker, desto lauter. Man kann das Handy auch schütteln, um bei Geisterspielen vor leeren Stadionrängen für eine Geräuschkulisse zu sorgen. „Das sind andere Arten von Applaus, als wir sie brauchen“, sagt Bader. „Beim Fußball wird ja ganz anders rhythmisch geklatscht. Die Entwickler haben dann aber eine Version für Bühnen gemacht – und uns als Testort ausgewählt.“ Vor dem Auftritt des Kabarettisten Ingo Appelt am vergangenen Freitag kamen Techniker aus München und Frankfurt nach Auenwald und installierten das System. „Es gab eine Stell- und Stimmprobe“, sagt Bader, „und die Lautstärke haben wir so ausgepegelt, dass man sich fühlt wie in einem Saal.“ Alles funktionierte, Appelt war ebenso angetan wie der Veranstalter: „Die App reagiert praktisch in Echtzeit, wir haben jetzt eine Interaktion zwischen Künstler und Publikum.“

Beim Fußball wird eine Gebühr fällig. Im idyllischen Auenwald, das landschaftlich ein wenig ans beschauliche Auenland erinnert, in dem J. R. R. Tolkiens Fantasy-Roman „Herr der Ringe“ beginnt, bleibt die App gratis – als Dankeschön für den ersten Live-Test. So darf der Comedian Christoph Sonntag an diesem Freitag virtuell erzeugten Applaus genießen wie auch die Puppenspieler, die Kasperltheater für Kinder aufführen. Und eine ganz besondere Gesellschaft: Auf der Auto-Bühne, auch dies eine Pionierleistung, soll bald die ersten Trauungs-Zeremonie stattfinden.