Arbeitnehmer Jeder Fünfte fühlt sich gestresst

Immer mehr jüngere Menschen fühlen sich im Job überlastet. Foto: dpa
Immer mehr jüngere Menschen fühlen sich im Job überlastet. Foto: dpa

Jeder fünfte Erwerbstätige hat wegen zu großer Anforderungen psychische Störungen.

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 Stuttgart - Jeder fünfte Erwerbstätige hat wegen zu großer Anforderungen am Arbeitsplatz psychische Störungen. Zu den größten Belastungen zählten ständige Erreichbarkeit, Termindruck oder "SMS-Flut". Das ergab eine Auswertung der Daten von 3,4 Millionen Berufstätigen und Arbeitslosengeld-I-Empfängern durch die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg. Die aus jobbedingtem Stress resultierende chronische Erschöpfung wirkt sich der TK zufolge auch deutlich auf die Unternehmen aus: Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den letzten vier Jahren um 33 Prozent zugenommen. Die Menge der deswegen verordneten Antidepressiva stieg um 41 Prozent.

Speziell mit der Belastung junger Menschen im Beruf beschäftigte sich eine bundesweite repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK in Hamburg. Danach fühlen sich Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren zunehmend von ihrem Job belastet. Jeder Fünfte (20,2 Prozent) empfindet seinen Arbeitsalltag als „sehr stressig”, mehr als die Hälfte (51,2) bewertet ihn als „etwas belastend”. Dazu wurden 3000 berufstätige Versicherte bundesweit befragt.

Doppelt so viel psychische Krankheitsfälle

Nach Einschätzung des DAK-Psychologen Frank Meiners sind das Indizien dafür, dass viele junge Menschen mit zunehmendem Druck in Job und Privatleben nicht mehr gut klarkommen. Denn nicht nur ältere, auch junge Arbeitnehmer leiden zunehmend unter psychischen Störungen. Fast jeder Zehnte der 15- bis 29-jährigen Berufstätigen ist von einer sogenannten somatoformen Störung, also körperlichen Beschwerden ohne organische Ursache, betroffen, ermittelte die Krankenkasse. Die Krankheitsfälle aufgrund psychischer Probleme hätten sich bei jungen Erwachsenen in den vergangenen zwölf Jahren mehr als verdoppelt.

Damit der Arbeitsalltag entspannt bleibt, rät Meiners unter anderem, auch mal "Nein" zu sagen, wenn einem die Arbeit über den Kopf wächst. Wichtig seien Zeitpuffer, Erholungsphasen und realistisch erreichbare Ziele. 

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