Laut Christine Käferle, Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, ist die Arbeitsmarktlage im Landkreis gut. Die Fluchtmigration aus der Ukraine führt allerdings zu geringem Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Zur Jahresmitte hat sich die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis erhöht – um 225 auf jetzt 8436 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg in den letzten vier Wochen um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent und liegt damit um 0,6 Prozentpunkte günstiger als noch vor einem Jahr. „Seit dem 1. Juni haben Geflüchtete aus der Ukraine Anspruch auf Leistungen vom Jobcenter. Dieser sogenannte Systemwechsel bildet sich jetzt zeitverzögert auch in der Arbeitslosenstatistik ab. Aufgrund der laufenden Erfassung werden die Zahlen in den kommenden Wochen noch etwas weiter steigen“, erklärt die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle. Die Arbeitsmarktlage im Kreis bleibe aber weiterhin gut.

Im Bezirk Schorndorf hat es die wenigsten Arbeitslosen

Unter den Rems-Murr-Bezirken ist der Raum Schorndorf mit einer Quote von 3,3 Prozent (plus 0,2 Punkte) weiterhin am besten dran. Der Bezirk Waiblingen bleibt unverändert bei 3,4 Prozent, Backnang klettert um 0,2 Punkte auf exakt vier Prozent.

Im letzten Monat meldeten sich 777 Menschen bei der Waiblinger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Rems-Murr aufgrund der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos, 136 mehr als im Mai. Im gleichen Zeitraum konnten 562 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Nach Rechtskreisen betrachtet sank die Zahl der im Versichertenkreis der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldeten Personen im Juni auf 3638 (minus 43), die Zahl der Menschen, die vom Jobcenter betreut werden, stieg um 268 auf 4798 an. Karsten Bühl, Geschäftsführer des Jobcenters Rems-Murr, erklärt den Anstieg durch die Auswirkungen der Fluchtmigration aus der Ukraine und weist auf die Herausforderungen der nächsten Wochen hin: „Derzeit sind wir vor allem anderen humanitär gefordert.“ Für die Geflüchteten aus der Ukraine – mehrheitlich Frauen und Kinder – gehe es im ersten Schritt um die Deckung der Grundbedürfnisse: Existenzsicherung, Wohnraum oder Kinderbetreuung. „Parallel beraten wir im Jobcenter aber natürlich auch schon zum Thema Arbeitsmarktintegration, insbesondere der Spracherwerb und die Anerkennung von Abschlüssen beziehungsweise beruflichen Qualifikationen stehen dabei im Vordergrund.“

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