Gender-Pay-Gap So unterschiedlich verdienen Frauen und Männer in Kultur und Medien

Faire Bezahlung für Frauen? Der Kulturbereich ist sehr weit davon entfernt. Foto: dpa//drea Warnecke

Was die Bezahlung betrifft, bleibt Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich und bei Medienschaffenden eine große Baustelle. Das ergab eine neue Studie des Deutschen Kulturrats.

Stadtleben/Stadtkultur/Fildern : Andrea Kachelrieß (ak)

Nichts Neues auf der Gender-Pay-Gap-Baustelle im Kulturbereich: Die Kluft zwischen der Bezahlung von Künstlern und Künstlerinnen ist im Vergleich zu 2022 zwar etwas geringer – aber nach wie vor beschämend groß. Darauf verweist der Deutsche Kulturrat in der neuen Studie „Baustelle Geschlechtergerechtigkeit: Datenreport zur wirtschaftlichen und sozialen Lage im Arbeitsmarkt Kultur“. Ermöglicht wurde sie mit Förderung aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Claudia Roth.

 

Neben den Angestellten in Kultur- und Medienberufen hatte der Einkommens-Check vor allem die Selbstständigen und besonders die Soloselbstständigen, zu denen auch die freiberuflich arbeitenden Künstlerinnen und Künstler zählen, im Blick. Mit ernüchterndem Ergebnis: Insgesamt wird im Kulturbereich weniger verdient als in anderen Berufen, Frauen werden noch einmal schlechter bezahlt als Männer. Vor allem freie Kulturschaffende erzielen ein sehr geringes Einkommen.

Branchenübergreifend liegt der Gender-Pay-Gap bei 18 Prozent

Im Vergleich zu Männern arbeiten Frauen in Deutschland branchenübergreifend 66 Tage pro Jahr unbezahlt und verdienen 18 Prozent weniger. Im Kulturbereich liegt der Gender-Pay-Gap laut des neuen Datenreports für das Jahr 2023 bei den Soloselbstständigen im Bereich Wort bei 18 Prozent, in der Bildenden Kunst und der Musik bei 22 Prozent und in der Darstellenden Kunst bei 32 Prozent.

Claudia Roth sieht dringenden Handlungsbedarf

Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagte zum Ergebnis: „Der neue Datenreport zur wirtschaftlichen Lage in der Kulturbranche legt erneut den dringenden Handlungsbedarf offen.“ Vor allem bei den über die Künstlersozialkasse Versicherten gebe es eine fortwährende Diskriminierung der Frauen, so Roth und weiter: „Hier sind vor allem Entscheiderinnen und Entscheider gefragt, im eigenen Einflussbereich für faire Bezahlung und Geschlechtergerechtigkeit zu sorgen.“ Auch die Bundesregierung werde sich weiter dafür einsetzen.

Gründe für den Geschlechterunterschied sieht die Gewerkschaft Verdi in fehlender Transparenz bei Honorarzahlungen, Männerbünden und mangelndem Selbstvertrauen von Künstlerinnen – all das trage zu Einkommensunterschieden in der Kultur bei. Als Lösung könnten Tarifverträge und Basishonorare als Mindeststandards selbstständige Kreative vor ungleicher Bezahlung schützen. Verdi hat als größte gewerkschaftliche Organisation im Bereich Kunst und Kultur mit Betroffenen einen konkreten Vorschlag für Basishonorare ausgearbeitet. Ihm liegt zugrunde, dass Künstlern die wirkliche Arbeitszeit nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes vergütet wird.

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