Mit Herz und Verstand bei der Arbeit retten Rettungssanitäter gemeinsam mit Notärzten und Notfallsanitätern Tag und Nacht Leben. Doch wie sieht der Arbeitsalltag von Rettungssanitätern aus, wo arbeiten und wie viel verdienen sie? Ein kurzer Einblick in den Beruf.

Stuttgart – Patienten psychologisch betreuen, die lebenswichtigen Körperfunktionen überwachen und immer wissen was zu tun ist. Der Beruf des Rettungssanitäters ist nicht nur abwechslungsreich, sondern in vielen Fällen lebenswichtig.

Für manche Anwärter ist der Beruf nur eine Zwischenqualifikation auf dem Weg zu Medizinstudium, andere wiederum bleiben ihr Leben lang Rettungssanitäter mit Herz und Seele. Der Beruf des Rettungssanitäters ist ein schneller Einstieg in den Rettungsdienst, da sich die Qualifikation in kurzer Zeit absolvieren lässt.

Tätigkeiten eines Rettungssanitäters

Bei Rettungseinsätzen fahren Rettungssanitäter den Notarzt- oder Rettungswagen. Außerdem unterstützen sie die Notfallsanitäter bei der Versorgung der Patienten bis der Notarzt übernimmt. Während des Transports überwachen sie die Körperfunktionen der Patienten. Neben zahlreichen medizinischen Aufgaben, wie Wundversorgung oder wiederbelebende Maßnahmen, spielt auch die psychologische Betreuung von Patienten und deren Angehören eine große Rolle. Nach solchen Einsätzen wird der Rettungswagen gereinigt und desinfiziert.

Da sich Notfälle zu jeder Zeit ereignen können, arbeiten Rettungssanitäter im Schichtdienst – auch am Wochenende und an Feiertagen. Auf der Wache erledigen sie administrative Aufgaben, wie das Verfassen von Einsatzberichten und Protokollen.

Wo sind Rettungssanitäter angestellt?

Rettungssanitäter arbeiten meist bei Rettungsdiensten von Krankenhäusern und Wohlfahrtsverbänden oder auch bei privaten Kranken- und Rettungstransportdiensten. Neben diesen häufigen Tätigkeitsfeldern finden Rettungssanitäter aber auch Beschäftigung bei der Feuerwehr, der Bundeswehr oder beim Katastrophenhilfswerk.

Was verdienen Rettungssanitäter?

Durchschnittlich liegt das Gehalt von Rettungssanitätern zwischen 1900 und 2500 Euro brutto. Durch die unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer kommt es zu Gehaltsunterschieden. Ist man im öffentlichen Dienst beschäftigt, so wird das Gehalt durch den Tarifvertrag (TvöD VKA) geregelt. Bei kirchlichen Trägern gibt es meist Haustarife, die sich am Tarifvertrag orientieren. Bei privaten Kranken- und Rettungstransportdiensten wird das Gehalt frei bestimmt.

Das Gehalt bei Hilfsorganisationen richtet sich nach den mit ver.di verhandelten Haustarifen. In diesen sind Gehaltsstufen festgelegt. Als Berufsanfänger steigt man in Stufe eins mit rund 2411 Euro brutto ein. Bereits nach wenigen Jahren ist man bis zu Stufe drei aufgestiegen. Mit jeder Stufe steigt das monatliche Gehalt an. Die genauen Beträge sind der DRK Entgelttabelle zu entnehmen.

Rettungssanitäter Ausbildung: Voraussetzungen, Gehalt und Dauer

Es gilt zu beachten, dass Rettungssanitäter kein anerkannter Beruf ist, weshalb dieser nicht mit dem Beruf des Notfallsanitäters verwechselt werden sollte. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter umfasst nur 520 Stunden, bei einer 40-Stunden-Woche entspricht das etwa 13 Wochen Ausbildungsdauer. Die Ausbildung wird meist bei Hilfsorganisationen oder bei privaten Rettungsdienstschulen absolviert.

Als Voraussetzung für die Ausbildung zum Rettungssanitäter benötigen Interessierte einen Hauptschulabschluss. Zusätzlich müssen Anwärter einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben und sollten ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können. Darüber hinaus sind einige persönliche Qualifikationen gefragt, die ein Bewerber mitbringen sollte. Dazu zählen unter anderem gute Noten in Biologie, eine hohe Belastbarkeit und Stressresistenz, sowie ein großes Verantwortungsbewusstsein und eine gute Reaktionsgeschwindigkeit. Während der Ausbildung wird dann noch ein Führerschein der Klasse C erworben. Regulär wird die Arbeit während der Ausbildung zum Rettungssanitäter nicht vergütet. Dies ist auch bei zahlreichen anderen schulischen Ausbildungen der Fall. Derzeit kostet der Grundlehrgang rund 1490 Euro plus zusätzliche 450 Euro für den Abschlusslehrgang.

Die Ausbildung zum Rettungssanitäter setzt sich zusammen aus theoretischem Unterricht in der Schule, einem klinischen Praktikum und einem Rettungswachepraktikum. Man erlernt die theoretischen Grundlagen und die Notfallkenntnisse aus den Bereichen Anatomie, Chirurgie, Innere Medizin, Notfallmedizin, Neurologie, Physiologie, Psychologie und Pädiatrie. Während der Praxisphase erlernen Auszubildende den Umgang mit Medikamenten, Patientenüberwachung, die Grundlagen der Patientendokumentation und weitere grundlegende Kenntnisse.

Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter? Was ist der Unterschied?

Wie zuvor erwähnt, ist der Beruf des Rettungssanitäters kein anerkannter vollwertiger Beruf. Deshalb eignet sich diese Tätigkeit besonders als eine Nebentätigkeit oder auch für Ehrenamtliche. Möchte man hauptberuflich im Rettungsdienst tätig sein, so empfiehlt sich die Ausbildung zum Notfallsanitäter als vollwertige Ausbildung. Zudem erhält man während der Ausbildung zum Notfallsanitäter eine Ausbildungsvergütung. Die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Notfallsanitäter sind außerdem höher, meist wird ein mittlerer Schulabschluss benötigt.