Zum 100. Geburtstag des bedeutenden Stuttgarter Architekten Günter Behnisch ist 2022 eine Jubiläumsausstellung in Stuttgart geplant. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Projekt mit einer hohen Summe.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)

Stuttgart - Er gilt als einer der großen Architekten der Nachkriegszeit, als „Baumeister der Demokratie“: Günter Behnisch (1922-2010). Er entwarf die Bauten für die Olympischen Spiele in München und den Bonner Plenarsaal. Im nächsten Jahr wäre der Stuttgarter Architekt hundert Jahre alt geworden. Die Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) plant aus diesem Anlass in Kooperation mit dem Archiv für Architektur und Ingenieurbau am KIT Karlsruhe (saai) und dem von seinem Sohn mitgeführten Büro Behnisch Architekten die Jubiläumsausstellung „100 Jahre Günter Behnisch“. Die Baden-Württemberg-Stiftung unterstützt die Schau mit bis zu 905 000 Euro, wie die Architektenkammer mitteilte. Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe einen entsprechenden Förderantrag der Architektenkammer bewilligt.

Probelauf für das geplante „Zentrum für Baukultur“

„Dass in Stuttgart mit dieser Förderzusage eine große Architekturausstellung realisierbar wird, ist hochgradig motivierend“, so Kammerpräsident Markus Müller. „Die Ausstellung bietet nicht nur Gelegenheit, eine große, für seine Zeit visionäre Architekturpersönlichkeit der jungen Bundesrepublik darzustellen. Die Kammer verbindet damit auch einen Probelauf für das künftige baden-württembergische ‚Zentrum für Baukultur‘, das in Stuttgarts Mitte angedacht ist, aber – gestützt auf die AKBW-Struktur der Kammergruppen – konzeptionell in die Fläche des Landes geht.“

Den Menschen näher bringen

Die Kooperationspartner der Ausstellung sind ebenfalls angetan. „Wir, die Familie, sind der Architektenkammer, dem saai dankbar, insbesondere aber der Baden-Württemberg-Stiftung für ihren großzügigen, wertschätzenden Beitrag. Die Ausstellung wird eine großartige Möglichkeit sein, Günter Behnischs Einfluss auf das Architekturgeschehen im Nachkriegsdeutschland aufzuzeigen und ihn als Mensch den Besucher:innen näher zu bringen“, so der Sohn Stefan Behnisch.

Mechthild Ebert vom saai begrüßte die Förderung ebenso: „Mit dem Werkarchiv Günter Behnisch & Partner kann so ein weiterer Bestand aus dem saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau im Rahmen eines Ausstellungsprojektes einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.“

Unzählige Architektinnen beeinflusst

Die Behnisch-Ausstellung, die für Spätsommer 2022 geplant ist, solle „den Prägungen der baden-württembergischen, der deutschen und internationalen Architektur“ durch Behnisch nachspüren, so die AKBW. „Baden-Württemberg war der Gravitationspunkt seines Schaffens, unzählige Architektinnen und Architekten wurden durch sein gestalterisches Selbstverständnis beeinflusst. Zahlreiche seiner Projekte finden sich in der Region, die in das Projekt einbezogen werden.“