Architektenwettbewerb in Schorndorf Eine Markthalle als Eingangstür zur Stadt

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In Schorndorf soll der Güterbahnhof einem Gebäude weichen, das frisches Leben ins Quartier bringt. Der Investor Heinz Lochmann muss nun zwischen zwei Entwürfen wählen, die ein Architektenwettbewerb ermittelt hat.

Die Arkade unterstreicht den Markthallencharakter Foto: Gottfried Stoppel
Die Arkade unterstreicht den Markthallencharakter Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf - Heinz Lochmann kennt das alte Güterbahnhofsgebäude gut. „Von der Kinokasse aus habe ich viele Jahre lang darauf geschaut und ich kann sagen, dass ich einen Bezug zu ihm habe“, sagt der erfolgreiche Betreiber von Lichtspielhäusern in der gesamten Region Stuttgart. Einer seiner Traumpaläste steht genau gegenüber des alten Güterschuppens. Besucher des Kinos parken auf dem Gelände. Und als die Stadt mitteilte, sie wolle Gebäude und Grundstück verkaufen, zögerte der Unternehmer nicht. „Wenn ein anderer Investor es kaufte, hätte ich keinen Zugriff mehr darauf“, so Lochmann, der nun auf dem Gelände kräftig investieren will.

Viel Glas lässt den Baukörper leicht wirken

Das alte Gebäude kommt bis auf einen Anbau weg, stattdessen will die Stadt mit Lochmann zusammen eine Markthalle errichten, die mehr Leben an die Eingangstür Schorndorfs bringen soll. Kombiniert mit Gastronomie, Büroräumen und Wohnungen wird ein Gebäude entstehen mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche und in drei Stockwerken darüber weiteren 800 Quadratmetern Wohn- und Büroflächen. Dazu wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, dessen Jury nun einem Entwurf des Schorndorfer Büros Stammler Architekten den ersten Preis gab, dem Stuttgarter Büro Reichel Schlaier Architekten den zweiten.

Welcher der beiden Entwürfe tatsächlich zum Zug kommt, wird der Investor entscheiden. „Ich werde jetzt erst einmal mit beiden Architekturbüros sprechen“, sagte Lochmann am Mittwoch, als im Foyer des Rathauses die Entscheidung der Jury von deren Leiter Professor Franz Pesch und dem Oberbürgermeister Matthias Klopfer vorgestellt wurde.

Fünf Architekturbüros hatten je zwei Entwürfe ins Rennen geschickt. Der des Schorndorfers Felix Stammler ist davon eindeutig jener, der unter allen heraussticht. Dieser unterstreicht nicht nur den Charakter einer Markthalle durch eine Arkade rings um das Gebäude, der gläserne Baukörper wirkt auch viel leichter und heller als sämtliche anderen Planungen.

Auch Bahnfahrenden soll das Gebäude ins Auge fallen

„Es gibt bei unserem Entwurf kein Vorne oder Hinten“, sagte Felix Stammler, der zusammen mit seinem Vater Claus das Büro betreibt. Das habe seinen Grund. „Die Bahn fährt direkt dahinter vorbei und die Fahrgäste sollen nicht auf die Rückseite eines Gebäudes schauen, an der Mülltonnen stehen.“ Der einladende Charakter des Gebäudes soll noch verstärkt werden, indem in dem alten Anbau, der erhalten bleibt, Gastronomie einziehen soll. Eine offene Eingangssituation soll darüber hinaus das Publikum in die helle Markthalle ziehen. Die Leitung des Marktes werde dann seine Tochter Lara Lochmann übernehmen, so der Investor.

Und wie viel Geld wird Heinz Lochmann in das neue Projekt investieren? „Mit dem Kauf des Geländes wird das sicher im oberen einstelligen oder sogar niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen“, schätzt er. Das müsse jetzt erst einmal genau kalkuliert werden. Sobald die Entscheidung für einen Entwurf gefallen sei, könne man sich ans Planen und an die Baugenehmigung machen. Diese könnte im Jahr 2021 vorliegen, so der Schorndorfer Oberbürgermeister, der sich von den Plänen sichtlich begeistert zeigte.