Architektin baut Schule in Simbabwe Entrümpeln für den guten Zweck

Im Moment lernen die Schülerinnen und Schüler unter schwierigen Bedingungen. Foto: Ingenieure ohne Grenzen
Im Moment lernen die Schülerinnen und Schüler unter schwierigen Bedingungen. Foto: Ingenieure ohne Grenzen

Die Stuttgarter Architektin Kristina Egbers baut für Ingenieure ohne Grenzen eine Schule in Simbabwe. Um Spenden zu generieren, veranstaltet sie am Samstag eine Auktion im Kottan.

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Stuttgart - Wenn Kristina Egbers ihren Koffer packt, sieht der Inhalt ungewöhnlich aus: ein Akkuschrauber und eine Säge werden zwischen den Klamotten verstaut. Strandtuch und Lektüre sind auch gar nicht notwendig, denn die junge Architektin fliegt Anfang Mai nicht zum Entspannen, sondern zum Arbeiten in die Sonne. Für Ingenieure ohne Grenzen baut Kristina Egbers zusammen mit der Regionalgruppe Stuttgart eine Schule in Simbabwe.

Schon für ihre Diplomarbeit hat sie sich mit dieser Schule befasst. Im Township Hopley in Simbabwe lernen gut 800 Schüler der Rising Star School in einem Gebäude, das nicht einmal einfachste Anforderungen erfüllt. Jetzt sollen die Kinder ein neues, wetterfestes Schulgebäude bekommen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit zwei Jahren. Zwei Mal war Kristina Egbers schon vor Ort, um sich mit Projektpartnern zu beraten und die Menschen, die dort lernen, kennenzulernen. Egbers und Teamkollegin Franziska Bilger werden die gesamte Bauzeit, etwas mehr als ein halbes Jahr, vor Ort sein. In dieser Zeit sollen zwei Klassenräume entstehen. Im Monatswechsel werden andere Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen zur Unterstützung vorbeikommen, so dass immer drei vor Ort sind. Was nach wenig klingt, ist durchaus beabsichtigt. „Wir sind nur da, um die Bauarbeiten zu organisieren und zu leiten. Die Menschen vor Ort sind komplett eingebunden in den Prozess“, sagt sie. So kann das Projekt auch dann weitergeführt werden, wenn Kristina Egbers und Franziska Bilger wieder abgereist sind.

Das ganze Dorf hilft mit

Auch das verwendete Material stammt komplett aus Simbabwe, damit die dortige Industrie unterstützt wird. Keiner arbeitet umsonst, allen wird ein Gehalt gezahlt. Das ganze Dorf wird auf den Beinen sein, Mütter der Schulkinder kümmern sich um das Essen, andere um die Wasserversorgung der Helfer. „Die Bereitschaft ist groß“, sagt Kristina Egbers. Insgesamt sehen die Pläne 14 Klassenräume vor, der Bau wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Um noch ein paar Spenden zu generieren, veranstaltet die Gruppe am Samstag eine Auktion in der Bar Kottan am Hans-im-Glück-Brunnen. Jeder Gast darf etwas mitbringen, das er nicht mehr benötigt – allerdings keinen Ramsch! – und dort versteigern. Auch die Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen haben schon entrümpelt. Bisher steht ein Rennrad in den Startlöchern für die Auktion, außerdem selbst gebastelte Lampenschirme. „Da kann jeder kreativ sein“, sagt Kristina Egbers. Der Erlös fließt komplett in den Bau der Schule.

Untermalt wird die Aktion von einem befreundeten Künstler aus Simbabwe. I Finton spielt auf seiner Gitarre Musik zwischen Reggae, Rap und Dancehall. Dazu singt er auf Englisch, Deutsch und Shona, seiner Muttersprache aus Simbabwe. „Es ist schon verrückt, dass es jetzt wirklich losgeht“, sagt Kristina Egbers. Für die Architektin ist die Veranstaltung im Kottan nicht nur eine Spendenaktion, sondern auch der Abschied in ein kleines Abenteuer.

Auktion: Die Veranstaltung steigt am Samstag, 16. April, von 16:30 Uhr an, im Kottan

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