Architektur Jury sichtet etliche ausgezeichnete Bauten

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Ob es um pfiffige Raumnutzung, ansprechende Gestaltung, gelungene Einpassung oder innovative Ideen geht, im Wettbewerb „Beispielhaftes Bauen im Kreis Göppingen“ sind sehr gute Lösungen präsentiert worden.

Wohnen und Arbeiten in Donzdorf am Hang überzeugte die Preisrichter mit ihren beispielhaften Innovationen. Foto: Landratsamt Göppingen 21 Bilder
Wohnen und Arbeiten in Donzdorf am Hang überzeugte die Preisrichter mit ihren beispielhaften Innovationen. Foto: Landratsamt Göppingen

Kreis Göppingen - Nicht allzu oft machen sich die Architektenkammer Baden-Württemberg und der Landkreis Göppingen die Mühe, beispielhafte Bauprojekte zu begutachten und auszuzeichnen. Diesmal war der Wettbewerb für Projekte aus den Jahren 2008 bis 2014 ausgeschrieben. 75 Arbeiten – vom Wohnhaus über gewerbliche und öffentliche Gebäude, Umbauten und städtebauliche sowie landschaftsplanerische Projekte – waren eingereicht worden. 31 davon nahm die Jury aus Architekten und Laien nach einer Vorauswahl bei Ortsterminen genauer unter die Lupe. 21 wurden ausgezeichnet.

Hohes Niveau und enorme Bandbreite

Es sei ein sehr hohes Niveau gewesen resümierten gestern bei der Präsentation der Projekte Carmen Mundorff, die Pressesprecherin der Architektenkammer, sowie Matthias Schuster vom Landesvorstand der Architektenkammer, der auch der Jury vorstand. Die Bandbreite der beispielhaften Bauwerke sei enorm gewesen. Sie reichte von neuen Einfamilienhäusern über den Umbau eines ehemaligen Bauernhauses, Geschosswohnungsbau, öffentlichen Bauten. wie ein Kinder- und Bildungshaus, ein Bettenhaus, ein Gesundheitszenrum sowie ein Rathaus bis hin zu gewerblich genutzten Gebäuden wie einem Wohnhaus mit Architekturbüro oder einer Apotheke mit Café.

Überrascht sei die Jury von Lösungen gewesen, wie der Überdachung des Aussegnungsbereichs auf dem Börtlinger Friedhof, dem Winterquartier des Straßendienstes bei Böhmenkirch oder der Holzpellets-Heizzentrale der evangelischen Akademie in Bad Boll. Der als Turm mit abgerundeten Ecken gestaltete Pelletspeicher ist mit Holzschindeln verkleidet und lässt seine Nutzung äußerlich gar nicht vermuten.

Verspielt ist out

Überzeugt habe die Jury immer das Gesamtpaket. Oft lobte Matthias Schuster bei der Präsentation, dass die Architekten keine falsche Zurückhaltung geübt, aber auch nicht aufdringliche Formen oder Materialien verwendet hätten. So sei etwa der Anbau mit Nebenräumen an die Kirche von Eybach sehr mutig und modern als Kasten durchgeführt worden. Der Clou sei die Fensterfont über dem Anbau, die den Kircheninneraum belichte.

Würdig mit einfachen Mitteln, so beschreibt der Vorsitzende der Wettbewerbsjury die von Säulen getragene Überdachung auf dem Börtlinger Friedhof. Bei den Wohngebäuden überzeugten die Preisrichter neben dem sensiblen Umgang mit der Umgebung nicht zuletzt die zweckmäßige Raumnutzung. Verspielt ist out. Klare und konsequente Formen sind in.

Kleines Budget erfordert oft gute Lösungen

Gerade bei Wohngebäuden zeige sich oft, dass ein kleines Budget nicht unbedingt einen Mangel an Qualität zur Folge habe, im Gegenteil. „Oft gelingen dann die besten Lösungen, wenn Bauherren, Architekten und Handwerker gemeinsam auf das gleiche Ziel hinarbeiten“, betonte Matthias Schuster. Und so will er die Auszeichnungen, die eigentlich nur Bauherren und Architekten bekommen, auch als Lob für die Handwerker verstanden wissen.

„Es soll auch ein Ansporn sein, sich um beispielhaftes Bauen zu bemühen“, sagte Schuster. Schließlich, das betonte der Landrat Edgar Wolff als Schirmherr des Wettbewerbs, trage gute Architektur auch zur Lebensqualität der Menschen bei.

Am 24. November erfolgt die offizielle Preisvergabe im Landratsamt. Anschließend werden dort die Projekte in einer Ausstellung präsentiert. Diese soll später auch durch die Kommunen touren.




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