Zwar genießt Präsident Javier Milei nach seinen harten Reformplänen immer noch den Rückhalt des größten Teils der Bevölkerung. Zwei große Proteste des bisherigen Oppositionslagers innerhalb kurzer Zeit zeigen aber auch: Die Gegenseite hat ein mächtiges Fundament und kann ein Land lahmlegen. Im Grunde reicht eine Verschiebung der Stimmen um nur fünf oder sechs Prozent, um die Mehrheitsverhältnisse wieder in die andere Richtung kippen zu lassen.
Derzeit kann Milei auf einen Vertrauensvorschuss bauen. Linienflüge wie zum Weltwirtschaftsforum in Davos statt teurer Flugbereitschaft helfen dabei, Sympathiepunkte zu sammeln. Viele Argentinier finden auch seine Konzepte überzeugend, weil sie spüren, dass sich etwas ändern muss, um aus der fatalen Wirtschaftskrise herauszukommen. Auch wenn er die härtesten Maßnahmen bereits abgeschwächt hat: Am Ende des Tages werden nach schweren Monaten nur wirtschaftliche Erfolge und eine Perspektive zählen. Und dazu muss sich Javier Milei auch als pragmatisch erweisen. Die ersten Wochen im Amt zeigen, dass er grundsätzlich dazu in der Lage ist.