Arktis-Expedition „Mosaic“ Forschungsschiff „Polarstern“ kehrt zurück

Es war  die größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Im September 2019 machte sich der deutsche Eisbrecher „Polarstern“ auf den Weg und driftete eingefroren für ein Jahr durch die Eiswüste nahe des Nordpols. Foto: Steffen Graupner/rbb/AWI/dpa 10 Bilder
Es war die größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Im September 2019 machte sich der deutsche Eisbrecher „Polarstern“ auf den Weg und driftete eingefroren für ein Jahr durch die Eiswüste nahe des Nordpols. Foto: Steffen Graupner/rbb/AWI/dpa

Die „Polarstern“ beendet ihre Reise. Ein Jahr war das Forschungsschiff in der Arktis unterwegs. Unzählige für die Klimaforschung wichtige Daten wurden gesammelt.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Bremerhaven - Mit der internationalen „Mosaic“-Expedition geht eine Reise der Superlative zu Ende. Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ driftete zehn Monate in der Arktis mit einer riesigen Scholle mit. Am Montag kehrt das Schiff zurück nach Bremerhaven.

Den gesamten Eiszyklus vom Gefrieren bis zur Schmelze messen und dokumentieren – das konnten die Wissenschaftler so zum ersten Mal. Sie versprechen sich von den Daten wichtige Erkenntnisse über das Nordpolarmeer und über den Klimawandel. Kaum eine Region auf der Erde bekommt diesen so deutlich zu spüren wie die Arktis.

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Aufwendigste Expedition ins Polarmeer

Die „Mosaic“-Expedition war die bisher teuerste und logistisch aufwendigste im Nordpolarmeer. Beteiligt waren 70 Forschungsinstitute aus 20 Ländern mit über 300 Forschern.

Wegen der Corona-Pandemie drohte zwischenzeitlich der Abbruch, weil wegen der Reisebeschränkungen der Crewwechsel per Flugzeug nicht stattfinden konnte. Stattdessen waren zwei Forschungsschiffe mit der neuen Mannschaft von Bremerhaven nach Spitzbergen gefahren. Die „Polarstern“ unterbrach für den Austausch für kurze Zeit ihre Drift.

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Hier die wichtigsten Daten der Expedition

Vorbereitungszeit der Expedition: ein Jahrzehnt

Dauer der Expedition: 389 Tage

Budget: 140 Millionen Euro

Teilnehmende: Pro Fahrtabschnitt waren rund 100 Wissenschaftler und Crewmitglieder an Bord, insgesamt gab es fünf Etappen.

Nationalitäten: Rund 70 Forschungsinstitute aus 20 Ländern waren an der Expedition beteiligt.

Größe der Scholle: Zu Beginn der Drift maß sie etwa 2,5 mal 3,5 Kilometer. Unter ehemaligen Schmelztümpeln war sie 30 Zentimeter dünn, in ihrem massiven Kern mehrere Meter dick. Nach 300 Tagen war die Scholle in der sommerlichen Arktis nur noch etwa einen mal einen Kilometer groß – dann zerbrach sie mit lautem Knall.

Strecke: 3400 Kilometer driftete die „Polarstern“ im Zickzackkurs.

Driftgeschwindigkeit: Die „Polarstern“ legte in der Spitze bei hohen Windgeschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer am Tag zurück. Die geringste Geschwindigkeit wurde mit knapp einem Kilometer am Tag gemessen.

Eisbären: Über 60 Eisbären wurden auf der Scholle gesichtet.

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Rekorde: Im Februar erreichte die „Polarstern“ während der Drift eine Position von 88°36‘ Nord - 156 Kilometer entfernt vom Nordpol. Nie zuvor war ein Schiff im Winter so weit nördlich.

Kühlste Temperatur: Am 10. März fiel die Temperatur auf minus 42 Grad. Die gefühlte Temperatur lag wegen des starken Windes sogar bei unter minus 65 Grad.

Dauer der Polarnacht: Rund 150 Tage kam die Sonne nicht über den Horizont.

Equipment: 70 Tonnen Ausrüstung wurden auf dem Eiscamp auf der Scholle ausgebracht. Allein 5000 Meter Stromkabel wurden verlegt.

Höhen und Tiefen: Es wurden Messungen in bis zu 4,3 Kilometern Meerestiefe vorgenommen. Bis in eine Höhe von 36 Kilometern schaffte es ein Wetterballon, um dort Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und -geschwindigkeit zu messen. Insgesamt wurden über 1000 Eisbohrkerne aus dem Meereis gewonnen.

Schiffe: Die „Polarstern“ wurde für den Austausch des Personals und für die Versorgung von sechs Schiffen unterstützt.

Flugzeuge: Zwei Polarflugzeuge begleiteten die Expedition mit Messkampagnen.




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