Armin Laschet in der Liederhalle Klimaaktivisten zeigen Armin Laschet die rote Karte

Pfeifen und trommeln für mehr Klimaschutz: Demonstranten warten vor der Liederhalle auf die Ankunft von Armin Laschet. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski/Leif Piechowski 5 Bilder
Pfeifen und trommeln für mehr Klimaschutz: Demonstranten warten vor der Liederhalle auf die Ankunft von Armin Laschet. Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski/Leif Piechowski

Ein Bündnis verschiedener Klimaaktivisten demonstriert am Mittwochabend vor Beginn der Podiumsdiskussion der StZ und StN mit dem CDU-Spitzenkandidaten Armin Laschet. Etwa 50 bis 60 Aktivisten zeigen dem Ministerpräsidenten aus NRW die rote Karte. Was sind ihre Forderungen?

Politik/ Baden-Württemberg: Carola Fuchs (cls)
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Stuttgart - Armin Laschet ist noch lange nicht da, da wird vor der Stuttgarter Liederhalle schon an seiner Begrüßung gearbeitet. Die Aktivisten von Parents4Future, Fridays4Future, Psychologists4Future und der Tierschutzorganisation Peta wollen dem CDU-Spitzenkandidaten für die anstehende Bundestagswahl die rote Karte zeigen für das Wahlprogramm der Christdemokraten. „Der Klimaschlusspfiff kommt näher“, „Was ist Ihr Plan(et) B?“ oder „Fairplay in der Klimakrise, Armin“ stand auf den Transparenten der laut Polizei 50 bis 60 Demonstranten, die sich teilweise als Karotte oder als Erbsenschote verkleidet haben.

„Klimapolitik muss an erster Stelle stehen“, fordern die Demonstranten

Mit dabei ist auch Dörte Schnitzler vom Bündnis Klimaentscheid Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). Bundesweit gibt es 50 solcher Bündnisse, sechs davon sind allein in den Städten und Gemeinden rund um Waiblingen beheimatet. Für Dörte Schnitzler ist das Thema eigenen Aussagen zufolge zu einem Lebensthema geworden. „Die Klimapolitik muss an erster Stelle stehen“, sagt die Schorndorferin. „Das ist die letzte Bundesregierung, die noch die Chance hat, etwas zu ändern.“

Deutschland mit Vorbildfunktion

Holger Pfeiffer ist unzufrieden mit dem Klimaschutzgesetz, das unlängst verabschiedet wurde. „Das sind reine Zielvorgaben, es steht nicht drin, wie wir das erreichen wollen“, kritisiert der Winnender. „Das ist ungenügend.“ Die 83 Millionen Deutschen stellten nur ein Prozent der Weltbevölkerung. „Wir machen aber zwei Prozent des Drecks. Das müssen wir jetzt ändern.“ Dann, so hofft Pfeiffer, würden auch andere Länder nachziehen, Deutschland habe in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion.

„Die Klimakrise ist schon da“

Fritz Herkenhoff von Fridays4Future bemängelt Laschets Bilanz als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Die ist schlicht „katastrophal, was das Thema Klimagerechtigkeit angeht“, findet der 19-Jährige und verweist auf das dortige Klimaschutzgesetz. Das schreibt zwar das Ziel fest, das Land bis 2045 klimaneutral zu machen und damit fünf Jahre früher als bisher geplant. Es sieht aber auch einen Mindestabstand von 1000 Metern von Windenergieanlagen zu Wohnbebauungen vor. Damit werde nicht nur der Ausbau der Windenergie komplett ausgebremst, so die Kritik. „Die Klimakrise ist schon da“, das zeigten die Hitzewellen in Kanada: „Das ist erst der Anfang. Diese schockierenden Ereignisse werden auch zu unserem Alltag gehören“, warnt der junge Mann. „Von einer lebenswerten Zukunft für die Jugend kann da keine Rede mehr sein.“

Eine Demonstrantin spricht kurz mit Laschet

Dann kommt Laschet und steigt aus seinem Wagen. Irmgard Schneider von den Stuttgarter Parents4Future hält ihm zwei rote Karten vor: „Keine Steuern für ein Weiter so“ steht darauf geschrieben. Die Ehningerin schafft es, kurz mit dem Spitzenkandidaten zu sprechen und ihm zu sagen, für wie wichtig sie es hält, Gas zu geben beim Klimaschutz. Laschet habe ihr wirklich zugehört. Dann beginnt die Veranstaltung im Saal. Die Demonstration geht zu Ende.

Im Saal konfrontiert der StZ-Chefredakteur Joachim Dorfs Laschet wenig später mit der Kritik der Demonstranten, das Parteiprogramm der CDU sei zu wenig konkret, was den Klimaschutz angeht. „Das ist doch plakativ“, sagt Laschet. „Keiner von denen, die da draußen demonstrieren, ist einmal vor tausend Bergleuten gestanden wie ich, und hat denen gesagt, ihr könnt nach Hause gehen.“ Dafür bekommt der Spitzenkandidat Zwischenapplaus vom Publikum. Wenn man Leute in den Fünfzigern in den Vorruhestand schicken müsse, dann „ist das sehr konkret“.




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