Arte-Sono in Stuttgart-Bad Cannstatt Auktion in Erinnerung an Marvin Puchmeier

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Bei der zweiten Arte-Sono-Kunstmesse in Bad Cannstatt werden Kunstwerke zugunsten von Jugendlichen versteigert. Mit dabei ist auch die Sielminger Künstlerin Marion Musch.

Die Sielminger Künstlerin Marion Musch bei der Vorbereitung der Arte-Sono. Die Eröffnung der Messe  für musische und bildende Künstler ist am Samstag, Foto: Sabine Schwieder
Die Sielminger Künstlerin Marion Musch bei der Vorbereitung der Arte-Sono. Die Eröffnung der Messe für musische und bildende Künstler ist am Samstag, Foto: Sabine Schwieder

Filder/Bad Cannstatt - Die Sielminger Künstlerin Marion Musch weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, nach einer Familienphase oder nach einer längeren Pause wieder auf dem Kunstmarkt Fuß zu fassen. Deshalb organisierte sie im vergangenen Jahr erstmals die Arte-Sono, eine interdisziplinäre Messe für musische und bildende Künstler in Stuttgart. Der Erfolg gab ihr recht, und so wird am Wochenende, 13. und 14. Januar, zur zweiten Arte-Sono nach Bad Cannstatt in den Club Cann eingeladen. Neben einigen ausstellenden Künstlern haben etliche Kollegen aus der Region Arbeiten gestiftet, die am Sonntag, 14. Januar, um 15 Uhr zugunsten der Marvin-Puchmeier-Stiftung versteigert werden.

Mehr als 40 Bewerbungen

Sie habe die Ausschreibung für die Messe bewusst nicht so eng gefasst, sagt die Kuratorin Musch: Im Prinzip ist die Arte-Sono für Künstlerinnen jenseits der 35, 40 gedacht, die aus den üblichen Fördermöglichkeiten herausfallen. Zudem konnten sich junge Künstler – in diesem Fall nicht ausschließlich weibliche – bewerben, die noch in der beruflichen Anfangsphase sind. Für die 22 Plätze, deren Grenze durch den Veranstaltungsraum im Club Cann bestimmt ist, gab es ab dem Frühjahr 2017 mehr als 40 Bewerbungen, zum Teil aus Belgien oder Österreich. „Genommen wurden überwiegend Bewerber aus der Region, aber ich möchte die Messe bunt gestalten und habe den Rahmen deshalb etwas offener gehalten“, sagt Marion Musch. So werden zusätzlich die Schauspielerin Eunike Engelkind mit einem Frida-Kahlo-Programm und das Duo PTT (Piano, Tuba, Techno) an beiden Tagen dabei sein. Performer und Musiker präsentieren sich sonst nicht unbedingt auf derartigen Messen.

Die Arte-Sono ist also eher klein und fein. „Die Beteiligten wie die Besucher empfinden das als positiv. Es ist ja wichtig, ins Gespräch zu kommen“, weist Marion Musch darauf hin, dass es sich nicht um eine Verkaufsmesse handelt. Es geht vorrangig darum, Kontakte zu knüpfen. Die Kuratorin fand es nicht einfach, unter den vielen Bewerbern eine Auswahl zu treffen. Neben der künstlerischen Qualität gehört auch deren persönliche Geschichte zum Auswahlkriterium dazu. „Es sind Künstlerinnen und Künstler mit Potenzial, die an anderer Stelle wenig Chancen haben“, erläutert Musch, die selbst mehrfach am Kelterberg ausgestellt hat.

Im Namen des Sohnes eine Stiftung ins Leben gerufen

Unter den Mitorganisatoren im Team sind eine Kunstgeschichtsstudentin, die für die Katalogtexte zuständig ist, und ein Kommunikationsdesigner, der den Katalog gestaltet hat. In diesem Jahr arbeitet Marion Musch, die im Übrigen die Messe rein ehrenamtlich organisiert, auch eng mit Ralf J. Puchmeier aus Kaltental zusammen. Er hat im vergangenen Jahr im Namen seines Sohnes eine Stiftung ins Leben gerufen.

Marvin Puchmeier ist im Februar 2017 bei einem Arbeitsunfall in der Hanns-Martin-Schleyerhalle unverschuldet ums Leben gekommen. Der damals 19-Jährige hatte die Homepage der ersten Arte-Sono gestaltet. „Marvin wurde die Chance genommen, sein Leben zu leben und durch seinen eigenen Beitrag etwas auf der Welt nachhaltig zu bewegen“, hat Vater Puchmeier die Einrichtung der Stiftung im vergangenen Herbst begründet: „Andere junge Menschen sollen diese Chance erhalten.“ Die Stiftung fördert mit Hilfe des CJD Württemberg im christlichen Jugenddorfwerk Deutschland benachteiligte Kinder und Jugendliche. Kuratorin Marion Musch freut sich, für die Versteigerung der künstlerischen Arbeiten zugunsten der Stiftung einen prominenten Auktionator gewonnen zu haben: Der schwäbische Entertainer Michael Gaedt, bekannt von der Comedygruppe Die kleine Tierschau wie auch von der TV-Krimireihe „Soko Stuttgart“, wird die gespendeten Arbeiten versteigern.

Michael Gaedt als Auktionator

Unter den Kunstschaffenden der Region, die ihre Arbeiten zur Verfügung gestellt haben, sind neben der Kuratorin selbst der Filderstädter Lehrer Sebastian Weidenbach, Sabine Schäfer-Gold und Heike Schmidt vom Verein Künstler der Filder sowie Melanie Klein aus Degerloch. Aber auch ein einwöchiger Urlaub in einem Ferienhaus in der Provence oder eine Auftrittsmöglichkeit im Club Cann können ersteigert werden: Die Arte-Sono ist so bunt wie die Bilder, die an ihren Stellwänden hängen.

Versteigerung Bei der Interdisziplinären Messe für musische und bildende Künstler Arte-Sono stellen sich am Wochenende, 13. und 14. Januar, jeweils von 11 bis 17 Uhr im Club Cann, Kegelenstraße 21, in Bad Cannstatt Künstler der Region vor. Zur Eröffnung am Samstag um 11 Uhr spielt das Duo PTT. Am Sonntag, 14. Januar, um 15 Uhr wird Auktionator Michael Gaedt gespendete Arbeiten zugunsten der Marvin-Puchmeier-Stiftung versteigern. Der Eintritt ist frei.

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