Anzeige

Aschewolke über Europa Feldbetten für gestrandete Passagiere

Feldbetten für Passagiere in einem stillgelegten Terminal in Hamburg. Foto: dpa 4 Bilder
Feldbetten für Passagiere in einem stillgelegten Terminal in Hamburg. Foto: dpa

Auch in Norddeutschland kam es in Folge der isländischen Aschewolke zu Flugausfällen. Das Ausmaß ist deutlich geringer als 2010.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Berlin - Vulkanasche aus Island hat den Flugverkehr am Dienstag in Norddeutschland mehrere Stunden lahmgelegt. Im Laufe des Tages normalisierte sich die Lage. Die Flughäfen Hamburg, Bremen, Berlin schlossen zeitweise, konnten gegen Mittag aber wieder öffnen. Auch am Vulkan Grâmsvötn entschärfte sich die Situation inzwischen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) forderte erneut einheitliche europäische Richtlinien zum Umgang mit Vulkanasche im Flugverkehr.

Obwohl der Betrieb auf den norddeutschen Airports nur für einige Stunde ruhte, blieben die Folgen für den Flugverkehr gravierend: Hunderte Flüge wurden gestrichen, die Aschewolke durchkreuzte die Reisepläne von Zehntausenden Passagieren. Am Vormittag gab die Deutsche Flugsicherung (DFS) dann weitgehend Entwarnung: Nacheinander öffneten die Flughäfen in Bremen, Hamburg und Berlin. Wegen der Schließungen im Norden blieben in ganz Deutschland Maschinen am Boden, darunter in Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover und München. Am Stuttgarter Flughafen sind laut eines Sprechers zwölf Flüge abgesagt worden: sechs nach Hamburg, vier nach Berlin, einer nach Bremen und einer nach Westerland.

Rund 1000 Flugausfälle

Dem Vulkan im Südosten Islands ist mittlerweile die Puste ausgegangen. Der Grâmsvötn schleudere keine Asche mehr hoch in die Atmosphäre, sagte ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavâk. Vom Deutschen Wetterdienst hieß es bereits am Vormittag, die Aschekonzentration in der Luft sei nicht mehr kritisch. Die Wolke ziehe nach Nordosten in Richtung Polen und Ostsee ab. Die Vulkanasche ist nach aktuellen Messungen weniger konzentriert als nach dem Ausbruch vom vergangenen Jahr. Das sagte der Physiker Cornelius Schiller vom Forschungszentrum Jülich. Vor etwa einem Jahr war der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausgebrochen und hatte Europa ins Flugchaos gestürzt.

Am Dienstag sind nach Schätzung der Europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol vermutlich mehr als 1000 Flüge in Norddeutschland ausgefallen. Die tatsächliche Zahl gab Eurocontrol jedoch zunächst nicht bekannt. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin strich rund 120 Flüge. Betroffen seien rund 12000 Passagiere. Die Lufthansa rechnete mit 150 Flugausfällen. Hinzu kamen ausländische Fluggesellschaften, die die deutschen Flughäfen zeitweise nicht ansteuern konnten.

Abgesehen von Deutschland lief der Flugbetrieb in Europa weitgehend normal. Am Dienstag waren wegen der Aschewolke 500 Flüge vor allem über Großbritannien annulliert worden. Die Lage in Großbritannien entspannte sich am Mittwoch.

Lage entspannt

In den betroffenen deutschen Städten bereiteten sich die Flughäfen am Morgen auf Probleme vor. In Hamburg stellten Mitarbeiter in einem stillgelegten Terminal auf dem Hamburger Flughafen kurzerhand 100 Feldbetten auf. In den eigentlichen Terminals sei die Lage aber entspannt und ruhig gewesen, sagte eine Sprecherin.

Auch bei der Bahn in Hamburg, auf die der eine oder andere Fluggast vorsorglich auswich, keine Spur von Aufregung: "Wir merken es etwas verstärkt in den Reisezentren", sagte eine Sprecherin der Bahn, "aber es besteht kein Grund zur Beunruhigung - alles normal."




Unsere Empfehlung für Sie