In der ARD Room Tour gewährt ein Architekt Einblick in seine minimalistische Wohnung im Asemwald – mit Panorama-Ausblick, Gemeinschaftsgefühl und eigenem Wald vor der Tür.

Digital Desk: Katrin Jokic (kkl)

Wer glaubt, Wohnen im Hochhaus sei anonym, beengt oder ungemütlich, bekommt in der „ARD Room Tour“ das Gegenteil vorgeführt. In der aktuellen Folge öffnet Thomas die Tür zu seiner Loft-Wohnung im 20. Stock der Wohnsiedlung Asemwald – einem der größten zusammenhängenden Wohnkomplexe in Deutschland.

 

1972 gebaut, umfasst der Asemwald drei markante Hochhäuser am südöstlichen Rand Stuttgarts. Über 1.100 Wohnungen, rund 1.600 Bewohner – das ergibt die wohl größte Eigentümergemeinschaft der Republik. Was auf den ersten Blick wie ein Relikt der 70er wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als moderner Rückzugsort mit Weitblick – im wahrsten Sinne des Wortes.

Architektur als Lebensgefühl

Seit sieben Jahren wohnt Thomas in einer der oberen Etagen. Seine rund 80 Quadratmeter große Wohnung hat er offen, reduziert und klar strukturiert gestaltet – viel Weiß, viel Licht, klare Linien. Mittelpunkt ist der Wohn- und Essbereich: Ein großer Esstisch steht auf einem maßgefertigten Podest und eröffnet den freien Blick nach draußen. „Man lebt mit dem Wetter, man lebt mit dem Licht“, sagt der Architekt.

Flughafenlichter wie in Los Angeles

Was das Leben in 60 Metern Höhe besonders macht, zeigt sich beim Blick aus dem Fenster. Bis zu 120 Kilometer reicht der Blick – bei klarer Sicht bis zur Schwäbischen Alb. Nachts leuchtet der Flughafen, eine Kulisse, die Thomas an Los Angeles erinnert. Und aus dem Gästezimmer fällt der Blick direkt auf den Fernsehturm: „Wie ein Gemälde an der Wand, das sich mit dem Licht ständig verändert.“

Gemeinschaft und Natur: Beides vor der Haustür

Das Hochhaus ist mehr als nur ein Wohnort. Es ist eine kleine Stadt in sich: mit Schwimmbad im obersten Stock, einem Dachrestaurant, Tennisplätzen – und einem eigenen Wald. Ja, richtig gelesen: Der Asemwald gehört den Bewohnern. 16 Hektar Naherholungsgebiet – und wer hier wohnt, ist mitverantwortlich für dessen Pflege.

Führungen durch den Asemwald

Wer das selbst erleben will, kann vorbeischauen: Thomas bietet regelmäßig Architekturführungen über das Gelände an – jeweils am ersten Samstag im Monat, um 16 Uhr . Für alle, die das Hochhausleben bislang belächelt haben, lohnt sich ein Perspektivwechsel. Denn wer hier oben lebt, lebt nicht beengt – sondern im wahrsten Sinne des Wortes mit Weitblick.