Asiatischer Laubholzbock im Kreis Böblingen Hund und Mensch suchen nach dem Schädling

Von Carolin Klinger 

Der Asiatische Laubholzbock bedroht den Schönbuch. Deshalb untersuchen Experten in der Quarantänezone von Hildrizhausen Bäume auf Spuren des Schädlings. Auch Spürhund Aska ist dabei behilflich.

Aska und ihr Hundeführer Stephan Albrecht suchen den Käfer. Foto: factum/Simon Granville 5 Bilder
Aska und ihr Hundeführer Stephan Albrecht suchen den Käfer. Foto: factum/Simon Granville

Hildrizhausen/Altdorf - Spürhund Aska kann es kaum erwarten. Ungeduldig zerrt sie an ihrer Leine, während ihr Hundeführer Stephan Albrecht noch erklärt, wie er bei der Suche vorgeht. Auf das Signal ihres Hundeführers rennt die Hündin auf den Baum zu, springt daran hoch und beschnuppert den Stamm. Wenige Sekunden später steht fest: Für diesen Baum gibt es Entwarnung. „Wir sind ständig im Training“, sagt Albrecht. Doch nun wird es ernst. Die Suche nach einem gefräßigen Schädling hat wieder begonnen.

Diensthündin Aska hat einen wichtigen Job: Sie kann erschnuppern, ob ein Baum von dem Asiatischen Laubholzbockkäfer befallen ist. Der exotische Käfer verbringt den Großteil seines Lebens als Larve im Holz eines Baumes und ist für den Menschen ungefährlich – dennoch verbreitet er Angst und Schrecken. Denn die Bäume, die er befällt, sterben unweigerlich.

2016 war er in Hildrizhausen eingefallen. „Als wir mit dem Befund an die Öffentlichkeit gegangen sind, hatten die Menschen große Angst, was das für den Schönbuch bedeuten wird“, erinnert sich Matthias Schöck, der Bürgermeister in Hildrizhausen. Zahlreiche Bäume mussten gefällt werden, denn gegen den Käfer ist kein Kraut gewachsen, und es hilft auch keine Chemie. Der Bereich wurde zur Quarantänezone erklärt. Auch in Altdorf fand man einen Käfer – dabei blieb es aber bis jetzt. Darum ist dort nur die Monitoringzone eingerichtet worden. Seitdem arbeitet das Landratsamt ein Bekämpfungsprogramm ab, das die Europäische Union vorschreibt.

Vier Jahre lang steht der Wald unter Quarantäne

Mitarbeiter der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg (FVA) und Mitarbeiter des Landratsamtes suchen zweimal im Jahr den Hildrizhausener Wald und Altdorf akribisch nach den Käfern ab. Vom Boden aus sucht Gunnar Stettner vom FVA eine Rosskastanienallee mit dem Fernglas nach auffälligen Ein- oder Ausbohrlöchern ab. Er ist nicht ganz so schnell wie der Spürhund, doch auch er braucht nur zwei Minuten pro Baum. Findet er etwas Auffälliges, nimmt er Proben. „Manchmal reicht es, einen Ast abzusägen, manchmal müssen wir zur Sicherheit auch einen ganzen Baum fällen“, sagt Stettner. Anhand der Fraßgänge der Larve oder durch genetische Untersuchungen kann ein Befall anschließend bestimmt oder ausgeschlossen werden.

Insgesamt vier Jahre lang steht der Bereich unter Quarantäne. Wird erneut ein Käfer gefunden, verlängert sich die Quarantäne wieder um vier Jahre. Doch seit 2017 wurde keiner der Exoten mehr gefunden – zur Erleichterung der Bürger.

Anders würde es wohl Aska sehen, wenn sie seit dieser Zeit kein Erfolgserlebnis mehr gehabt hätte. Doch Stephan Albrecht, der beim Landratsamt für die Koordination der Maßnahmen gegen den Laubholzbock zuständig ist, weiß, wie er seinen Hund bei Laune hält. „Ich verstecke Proben in den Bäumen, damit Aska nicht frustriert ist“, sagt er. Im Alter von zwölf Wochen wurde die Hündin der Rasse Gonczy Polski auf den Geruch des Asiatischen Laubholzbocks geprägt. Seit eineinhalb Jahren ist sie als Diensthund für das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz beschäftigt und seit Anfang März wieder im Einsatz. Bislang jedoch glücklicherweise ohne Erfolg.