Filder Asiatischer Käfer gefährdet den Wald

Von Götz Schultheiss 

Noch hat der für Bäume schädliche Käfer die Filder nicht erreicht, aber in Hildrizhausen hat er bei den Forstwirten bereits Schrecken verbreitet: der asiatische Laubholzbockkäfer.

Runde Löcher sind noch das geringere Übel, wenn der Asiatische Laubholzbockkäfer zur Tat schreitet. Foto: dpa
Runde Löcher sind noch das geringere Übel, wenn der Asiatische Laubholzbockkäfer zur Tat schreitet. Foto: dpa

Filder/Schönbuch - In den Waldbeständen auf den Fildern hat der Borkenkäfer durch den warmen Spätsommer Schäden verursacht. Doch schon in Hildrizhausen lauert der nächste Feind der Bäume: der asiatische Laubholzbockkäfer. Der Einwanderer aus Ostasien sieht durchaus attraktiv aus. Er ist 2,5 bis vier Zentimeter lang und hat etwa 20 helle Flecken auf seinem blauen Körper. Der Käfer an sich ist harmlos. Das Weibchen bohrt ein Loch in die Baumrinde von Laub- und Obstbäumen und legt unter ihr seine Larven ab. Die Stelle verharzt, und der Schaden ist zunächst kaum zu sehen. Doch bald fressen sich die Larven durch das Holz des Stamms. Die Löcher sind fingerdick und so regelmäßig, als seien sie von einer Bohrmaschine gebohrt. Dies ist jedoch lediglich ein Indiz. Denn die Löcher können auch vom wenig schädlichen heimischen Alpenbock stammen, der streng geschützt ist. Wenn jedoch nicht der Alpenbock, sondern der Laubbockkäfer bohrt, dann stirbt der Baum.

Drastische Maßnahmen ergriffen

„Der Käfer ist sehr gefährlich. In Hildrizhausen hat man drastische Maßnahmen ergriffen und ganze Streifen mit Baumbeständen unter Quarantäne gestellt“, weiß Dieter Lang, der Leiter des Echterdinger Forstreviers. Bisher sei das Tier auf der Gemarkung von L.-E. noch nicht gesichtet worden. „Vorbeugend kann man außer Kontrollen nichts machen“, sagt Lang.

Wenn der ungewollte Gast aus Asien in L.-E. auftauchen sollte, wäre hektisches Treiben in Wald und Flur vorprogrammiert. In Hildrizhausen überreichte am 5. August ein aufmerksamer Spaziergänger, der eine Sendung über das Treiben des Tieres gesehen hatte, dem örtlichen Bürgermeister ein Tier, das er im nahen Wald gefunden hatte. Von da an ging es rund. Käferfahnder kletterten auf fast jeden Baum, um ihn abzusuchen. War ein Baum befallen, mussten im Umkreis von 100 Metern alle Laubbäume gefällt und verbrannt werden. Im Umkreis von drei Kilometern um jeden Käferfund mussten die Bäume abgesucht werden. Dieser Aufwand bleibt L.-E. noch erspart, aber wer weiß schon wie lange noch.

Auch ohne das gefräßige Kerlchen aus Asien hatte die Forstwirtschaft in L.-E. genug mit dem Borkenkäfer zu tun. „Wegen des Borkenkäfer-Befalls mussten wir circa 150 Festmeter Holz fällen und die Stämme sofort entrinden, damit der Käfer kaputt geht“, sagt der Revierförster.