Weil die Stadträte sparen wollen, braucht der Beigeordnete Manfred Linder einen neuen Job. Die Stelle des Beigeordneten wird abgeschafft.

„Eine gewisse Enttäuschung“ könne er nicht verhehlen, sagt Manfred Linder, „aber ich hege da keinen Groll." Eine beachtliche Aussage – denn am Dienstagabend hat der Asperger Gemeinderat Linders Job abgeschafft. Mit großer Mehrheit – gegen die Stimmen der meisten Freien Wähler – votierte das Gremium dafür, von April 2016 an auf die Stelle des Ersten Beigeordneten zu verzichten. Laut der Stadtverwaltung könne die Kommunalkasse durch diesen Schritt rund 60 000 Euro pro Jahr einsparen.

Tatsächlich ist Asperg eine der wenigen Kommunen im Kreis, die sich mit rund 14 000 Einwohnern bis jetzt noch einen Beigeordneten leistet. Linder fungiert als Vize-Kämmerer und Stellvertreter des Bürgermeisters Ulrich Storer. In Freiberg, Tamm und Gerlingen wurden erst vor einigen Jahren die Stellen abgeschafft, Schwieberdingen und Markgröningen kommen ebenfalls ohne den Posten aus. Einzig Korntal-Münchingen hat seit Jahren einen Technischen Beigeordneten. Und in Steinheim wurde entgegen dem Spartrend gar eine neue Beigeordnetenstelle geschaffen.

Storer macht keinen Hehl daraus, dass er und Linder „unterschiedliche Arbeits- und auch Führungsstile pflegen“. Er selbst arbeite „zielgerichtet, mit wenig Aufwand am Erfolg orientiert“. Zu Linders Arbeitsstil wolle er sich nicht äußern. Allerdings habe die Abschaffung keine atmosphärischen Gründe: „Es geht hier nicht um die Person des Herrn Linder.“ Einzig aus den Reihen der SPD im Gemeinderat war von einem Führungskonflikt im Rathaus zu hören. Der 51-Jährige Noch-Beigeordnete Linder hält das allerdings für „an den Haaren herbeigezogen“. Gerne hätte er für eine zweite Amtszeit kandidiert, immerhin arbeite er bereits seit 26 Jahren im Asperger Rathaus: „Ich hätte hier gerne noch mein Rentenalter erreicht.“

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