Asperg Vom Widerstand zur Schutzinitiative

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Anfang des Jahres kämpften fünf Naturschutzverbände gegen ein Wohnprojekt im Osterholz. Dieses ist jetzt vom Tisch – nun will die Initiative den Wald zwischen Asperg und Ludwigsburg zum Landschaftsschutzgebiet erklären lassen.

Der Wald im Osterholz gilt als ökologisch wertvoll – eigens geschützt ist er bislang allerdings nicht. Das will eine neue Initiative ändern. Foto: factum/Granville
Der Wald im Osterholz gilt als ökologisch wertvoll – eigens geschützt ist er bislang allerdings nicht. Das will eine neue Initiative ändern. Foto: factum/Granville

Asperg - Es war der Widerstand, der sie vereint hat: Durch ihre Kritik an einem integrativen Wohnprojekt, das die Stiftung Hoffnungsträger im Asperger Osterholz plante, haben fünf Naturschutzvereine zusammengefunden. Das Wohnprojekt ist längst vom Tisch, doch als Schutzgemeinschaft Osterholz kämpfen die Vereine inzwischen dafür, dass das Wäldchen zwischen Asperg und Ludwigsburg zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wird. Doch andere sehen die Sache offenbar nicht als sonderlich dringlich an.

Schon das Vorhaben der Stiftung Hoffnungsträger, rund um die Diskothek Waldhaus am Rand des Osterholzes ein Wohnprojekt zu starten, hatte die lokalen Gruppen des Landesnaturschutzverbands (LNV), des Nabu, des BUND sowie den Ludwigsburger Verein Naturpark West nebst dem Bürgerverein Weststadt und Pflugfelden auf den Plan gerufen. Denn dafür hätten Teile des Wäldchens zwischen Asperg und Ludwigsburg gerodet werden müssen – das lehnten die Vereine rigoros ab. Der Kreis Ludwigsburg sei ohnehin schon sehr arm an Waldgebieten, daher müsse konsequent verhindert werden, dass die noch vorhandenen Grünflächen verringert würden, so ihr Standpunkt.

Initiative will in Zukunft besseren Schutz für den Wald

Nachdem das Wohnprojekt abgewendet worden war, hätten er und seine Mitstreiter sich gefragt: „Was können wir noch für das Osterholz tun?“, berichtet Werner Brekle, der Sprecher der Schutzgemeinschaft Osterholz. Man sei sich einig gewesen, dass der Wald für die Zukunft einen besseren Schutz brauche. Deshalb habe man das Landratsamt nun gebeten, das Osterholz als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. „Das ist seit Jahren überfällig“, sagt Brekle. Denn es sei völlig unverständlich, warum alle anderen Waldflächen in und um Ludwigsburg herum wie der Favoritepark, der Salonwald, der Lemberg oder das Fischerwäldle unter Schutz stünden, das Wäldchen im Osterholz aber nicht.

Allerdings ist die Idee, die Grünfläche zwischen Asperg und Ludwigsburg unter Schutz zu stellen, auch nicht neu: „Ich verfolge das Thema schon seit 1988“, sagt Brekle. Doch das Vorhaben sei immer gescheitert – unter anderem an der Haltung der Stadt Asperg.

Aspergs Bürgermeister sieht die Sache gelassen

Das bestätigt der Bürgermeister Ulrich Storer. In der Tat habe Asperg vor 15 Jahren darum gebeten, mit der Ausweisung eines Schutzgebietes noch zu warten, bis die Stadt die Planung ihres Gewerbegebietes direkt neben dem Wäldchen abgeschlossen habe. „Ich wollte verhindern, dass wir am Ende noch einen kleinen Teil des Gebiets für die Erschließung des Gewerbegebietes brauchen und es dann richtig kompliziert wird“, so Storer. Gegen das Vorhaben an sich habe die Stadt aber nie etwas einzuwenden gehabt. So sei es auch heute noch. Allerdings glaube er nicht, dass sich etwas ändere, wenn das Osterholz unter Schutz stehe: „Wir haben ohnehin kein Interesse daran, dort etwas abzuholzen“, sagt er. Deshalb sehe er die Sache leidenschaftslos.

Auch beim Landratsamt scheint das Thema nicht gerade höchste Priorität zu haben. Ein Landschaftsschutzgebiet an dieser Stelle sei schon früher einmal Thema gewesen, heißt es. Und in der Tat handle es sich um einen Wald von „durchaus hoher ökologischer Wertigkeit“. Doch in dem Waldstück befänden sich alte, zum Teil einsturzgefährdete Bauten. Bevor die Frage der Verkehrssicherheit nicht vom Eigentümer, der Bundesvermögensverwaltung, geklärt werde, sei die Ausweisung eines Schutzgebietes „nicht zielführend“.