Asyl für Edward Snowden Nach Venezuela und Nicaragua macht auch Bolivien dem Prism-Enthüller ein Angebot

Von dpa / StZ 

Edward Snowden kann in Venezuela und Nicaragua auf Asyl hoffen – und am Samstag setzte sich auch noch Bolivien auf die Liste. Unklar bleibt, wie der US-Amerikaner überhaupt nach Südamerika gelangen kann. Die USA fordern vorsorglich die Auslieferung.

Edward Snowden kann möglicherweise in Venezuela oder Nicaragua unterkommen. Und auch Bolivien steht bereit. Foto: dpa 16 Bilder
Edward Snowden kann möglicherweise in Venezuela oder Nicaragua unterkommen. Und auch Bolivien steht bereit. Foto: dpa

Managua - Mit Venezuela und Nicaragua haben am Freitag erstmals zwei Staaten dem von den USA gesuchten Geheimdienstexperten Edward Snowden Asyl angeboten. Und am Samstag zog Bolivien nach. Boliviens Staatschef Evo Morales erklärte, sein Land werde Snowden im Falle eines entsprechenden Antrags aus humanitären Gründen Asyl gewähren, wie die staatliche Nachrichtenagentur ABI berichtete. „Wenn er es beantragt, werden wir ihm das Asyl gewähren, um zu erfahren, wie uns die US-Regierung kontrolliert hat.“

Er wolle den 30-jährigen Amerikaner vor der Verfolgung „durch eine der mächtigsten Regierungen der Welt“ schützen, sagte Venezuelas sozialistischer Staatschef Nicolás Maduro am Freitag (Ortszeit). Kurz zuvor hatte auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega Snowden die Aufnahme in Aussicht gestellt. Snowden, der nach seinen brisanten Enthüllungen über weltweite Datenspionage der USA seit rund zwei Wochen in Moskau festsitzt, hat in mittlerweile 27 Staaten Asyl beantragt.

Unklar war zunächst, wie Snowden unbehelligt nach Lateinamerika weiterreisen könnte. Die USA haben seinen Pass annulliert. Erst vor wenigen Tagen hatte es einen diplomatischen Eklat gegeben, als Boliviens Staatschef Evo Morales aus Moskau kommend in Wien ungeplant zwischenlanden musste. Mehrere Staaten hatten die Überflugrechte verweigert - angeblich weil Snowden an Bord vermutet wurde.

Die USA schreiben Venezuela – vorsorglich

Die USA haben offenbar gewissermaßen prophylaktisch an den Staat Venezuela geschrieben und die Festsetzung sowie Auslieferung Snowdens verlangt – für den Fall, dass er einreisen sollte. Die Webseite der britischen Zeitung The Guardian veröffentlichte am Samstag ein entsprechendes Dokument. Laut Guardian hat Maduro diesem Gesuch bereits eine Absage erteilt.

„Er soll in das Vaterland von Bolívar und Chávez kommen und frei von der imperialistischen Verfolgung Nordamerikas leben können“, sagte Maduro bei einer im Fernsehsender Telesur übertragenen Militärparade. Er sprach von „humanitärem Asyl“.

Ortega sagte vor Anhängern in der Hauptstadt Managua, Nicaragua sei ein offenes Land und respektiere das Recht auf Asyl. „Wenn es die Umstände zulassen, nehmen wir Snowden gerne auf und gewähren ihm Asyl hier in Nicaragua.“ Der Geheimdienstspezialist habe vor einigen Tagen bei der nicaraguanischen Botschaft in Russland um Aufnahme gebeten.