Asylbewerberunterbringung im Alfdorf 140 Flüchtlinge kommen in den Haghof

Das Landratsamt hat sich mit dem Besitzer des  Hotels  auf einen Mietvertrag zur Unterbringung von Flüchtlingen geeinigt. Foto: Gottfried Stoppel
Das Landratsamt hat sich mit dem Besitzer des Hotels auf einen Mietvertrag zur Unterbringung von Flüchtlingen geeinigt. Foto: Gottfried Stoppel

Kurz vor Weihnachten werden die ersten Asylbewerber in dem Hotelgasthof einquartiert. Nach Protesten aus der Bewohnerschaft wird deren Zahl von zunächst geplanten 300 vorerst halbiert. Der Bürgermeister Michael Segan begrüßt das.

Rems-Murr: Oliver Hillinger (hll)
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Alfdorf - Immer mehr Asylbewerber werden in ländlichen Kommunen untergebracht. Ähnlich wie im Murrhardter Weiler Oberneustetten ist nun auch geplant, das ländlich gelegene Hotelrestaurant Haghof bei Alfdorf mit 140 Flüchtlingen zu belegen. Man stehe wegen der wöchentlichen Zuweisung von 219 Flüchtlingen „mit dem Rücken zu Wand“, begründet dies das Landratsamt. Allerdings habe man die Bedenken vieler der 30 Einwohner des Weilers ernst genommen und die Zahl der Plätze vorerst von 300 auf nun 140 reduziert. Man sehe darin „kein Einknicken“, betont der Landrat Richard Sigel. Die Belegung neuer Unterkünfte sei vielmehr „ein ständiger intensiver Austauschprozess zwischen dem Kreis und den Kommunen“.

Der Haghof sei, wie Bürgermeister Segan auf Anfrage sagt, bisher als Hotel genutzt worden. Erst am 4. Dezember sei er vom bevorstehenden Abschluss des Mietvertrags zwischen dem Landkreis und dem Hotelbesitzer informiert worden. Am Montag danach habe es dazu ein Treffen des Gemeinderats gegeben, bereits einen Tag später hätten die Bewohner des Weilers eine Mitteilung der Gemeinde dazu im Briefkasten gehabt, sagt Segan. Es sei ihm wichtig gewesen, dass die Bewohner des Gehöfts, das durch seinen Golfclub regional bekannt ist, die Neuigkeit direkt vom Rathaus erfuhren.

Bisher ist die Zahl der Flüchtlinge, die in Alfdorf einquartiert sind, eher gering. Zurzeit habe man lediglich 13  Asylbewerber in der so genannten Anschlussunterbringung, sagt Segan. Für die vorläufige Unterbringung, für welche das Kreishaus zurzeit händeringend nach Quartieren sucht, gab es bisher keine Plätze. Das Landratsamt habe sich über den Mietvertrag direkt mit dem Besitzer des Hotels verständigt. Im Gemeinderat sei man zu der Meinung gelangt, dass der Hotelgasthof dafür geeignet sei. Allerdings müsse in der Zeit, in welcher die Flüchtlinge dort lebten, der Hotelbetrieb ruhen.

Die ersten 60 Asylbewerber sollen nach Informationen des Schultes kurz vor Weihnachten in das Gebäude einziehen, 80 weitere folgen demnächst. „Unser Ziel wird es nicht sein, alle 300 dort möglichen Plätze auszuschöpfen“, heißt es aus dem Kreishaus. Aufgrund der aktuellen Gesamtsituation „können wir keine Zusicherungen und Versprechungen hinsichtlich der zukünftigen Belegungszahlen machen“.

Einige Einwohner des Haghofs haben die Zuweisung jedoch kritisiert, unter anderem wegen der fehlenden Infrastruktur und der mangelnden Einkaufsmöglichkeiten im Haghof. Aufgrund der nun veränderten Belegungszahlen könne er sich vorstellen, dass alle Beteiligten dies akzeptieren werden, sagt Segan. Allerdings solle, so fordert der Schultes, im Haghof nun konkrete Arbeit geleistet werden, „damit mögliche Ängste vor den Fremden gar nicht erst entstehen könnten“. Sowohl die Bewohner des Weilers als auch die Flüchtlinge „brauchen nun tätige Unterstützung bei der Bewältigung der sicher nicht einfachen Lage“.

Die Gemeinde Alfdorf plant, zur Anschlussunterbringung von 50 Flüchtlingen bis zum Sommer nahe des unteren Schlosses ein Gebäude in Holzbauständerbauweise zu errichten. Es könne zukünftig auch für einkommensschwache Familie dienen.




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