Die Personalnot in den Asylbehörden und die lange Dauer der Prüfverfahren ist ein Skandal, den sich der Staat nicht leisten kann, kommentiert Armin Käfer.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Armin Käfer (kä)

Berlin - Den ungemütlichsten Job im öffentlichen Dienst haben zurzeit die Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Sie werden mit Asylanträgen geradezu überschüttet und kommen nicht mehr nach, sie zu bearbeiten. Die zuständigen Beamten sind im Dauerstress – und dennoch viel zu langsam.

Dass diese Behörde von dem Ansturm heillos überfordert ist, hat mit einem Konstruktionsfehler zu tun, der durchaus beabsichtigt war: Lange Zeit hatte niemand Interesse daran, mehr Asylbewilliger einzustellen. Der Staat verzichtete aus Kostengründen darauf – auch weil lange Verfahren abschrecken sollten. Die Lobbyisten der Flüchtlinge haben gegen die Personalnot ebenso wenig rebelliert, weil alle ja hierbleiben konnten, deren Antrag noch nicht abgelehnt war – und schon die schiere Dauer eines Verfahrens Fakten schuf.

Damit muss Schluss sein. Beschleunigte Verfahren bedeuten: schnellere Integration anerkannter Asylbewerber, schnellerer Zwang zur Heimreise für die anderen, mehr Platz in den Unterkünften, die als Durchgangsstationen dienen. An der Art, wie dieses Amt funktioniert, wird abzulesen sein, wie sein oberster Dienstherr, der Innenminister, dem Flüchtlingsansturm gewachsen ist. Er kann sich ja die Schweiz zum Vorbild nehmen. Da werden Asylverfahren in einem Bruchteil der Zeit erledigt.