Atelier Brückner im Grand Egyptian Museum Schatzkammer für die Pharaonen

Von Bernd Haasis 

Das größte archäologische Museum der Welt soll es werden, das Grand Egyptian Museum bei Gizeh. Das Atelier Brückner aus Stuttgart gestaltet mit und hat den Pharaonen ihre Plätze zugewiesen.

So könnte die von Brückner gestaltete große Treppe  im Grand Egyptian Museum aussehen Foto: Visualisierung: Atelier Brückner
So könnte die von Brückner gestaltete große Treppe im Grand Egyptian Museum aussehen Foto: Visualisierung: Atelier Brückner

Stuttgart - „I see wonderful things“, „ich sehe wundervolle Dinge“, soll der britische Archäologe Howard Carter gesagt haben, als er 1922 im Tal der Könige das nahezu ungeplünderte Grab des ägyptischen Pharaos Tutenchamun entdeckte. Nach diesem Motto richtet sich nun auch das Stuttgarter Atelier Brückner, das derzeit einen Teil des neuen Grand Egyptian Museum im Süden Kairos gestaltet und eine gigantische Treppe zur Ausstellungsfläche macht. Eine „ähnliche Größenordnung wie damals der Assuan-Staudamm“ sei das Gesamtprojekt, sagte Tanja Zöllner vom Atelier Brückner bei einem Vortrag im Rahmen des Kongresses Raumwelten in Ludwigsburg.

Direkt bei den Pyramiden von Gizeh entsteht auf rund 40 000 Quadratmetern die größte archäologische Ausstellung der Welt mit rund 50 00 Gegenständen, darunter erstmals die kompletten Tutenchamun-Grabfunde. „Zwei Drittel dieser Exponate waren seit ihrem Fund 1992 in Kisten verpackt und noch nie ausgestellt“, sagt Zöllner. Eine riesige Statue des Pharaos Ramses II. und 70 weitere Großobjekte müssen untergebracht werden und „einige der der wertvollsten archäologischen Objekte, die hohe klimatische Anforderungen haben und lichtempfindlich sind.“

Ein Puzzlespiel

Die Architektur der Treppe, die Brückner bestückt, sei mit Stufen und Plattformen bereits fertig gebaut gewesen, als die Stuttgarter Szenografen mit ihrer Arbeit anfingen: „Es war ein Puzzlespiel, alles sauber auf der Fläche zu verteilen“, sagt Zöllner. „Ganz oben ist ein Pyramiden-Abschlussstein, dann tritt man ins Freie und hat den Blick auf die Pyramiden und den Bart der Sphinx.“

Knapp 800 Millionen Dollar soll das Grand Egyptian Museum insgesamt kosten, nach mehreren Verschiebungen soll es noch in diesem Jahr zumindest teilweise eröffnet werden – ein genaues Datum ist aber noch nicht bekannt.




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