Attacke auf Dieter Gummer Hockenheims Oberbürgermeister kannte Angreifer nicht

Von red/dpa 

Brutal attackierte ein Mann am Montag den Oberbürgermeister von Hockenheim. Dieter Gummer befindet sich weiter auf der Intensivstation. Laut Polizei kannte der Politiker seinen Angreifer nicht.

Dieter Gummer erlitt bei der Attacke schwere Verletzungen. Foto: dpa
Dieter Gummer erlitt bei der Attacke schwere Verletzungen. Foto: dpa

Böhl-Iggelheim - Nach dem Angriff auf den Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer fehlt von dem Schläger nach Polizeiangaben noch eine heiße Spur. „Wir ermitteln nach wie vor in jede Richtung“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Gummer könne sich zwar an den Angriff erinnern. Den Täter habe er aber nicht gekannt, auch habe er in einem ersten Gespräch über die Faust-Attacke von Montagabend keine Hinweise auf ein Motiv geben können.

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Der SPD-Politiker war von dem unbekannten Mann im Hof seines Hauses in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) aufgesucht, angegriffen und geschlagen worden. Gummer erlitt einen Kieferbruch, er liegt nach wie vor auf der Intensivstation. Die Stadt Hockenheim will sich im Lauf des Donnerstags zu seinem Gesundheitszustand äußern.

Strobl: „Absolut verabscheuungswürdig“

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) verurteilte den Angriff: „Gewalt ist immer und in jedem Fall absolut verabscheuungswürdig“, sagte er. Das gelte besonders bei Menschen, die in der Gesellschaft Verantwortung tragen. Strobl warnte zudem vor eine Verrohung der Sprache: „Aus Worten werden Taten. Deshalb gilt auch hier: Wehret den Anfängen.“ SPD-Parteichef Andreas Stoch forderte dazu auf, eine „Verrohung dessen, was unsere Gesellschaft im Kern auszeichnet“, nicht zuzulassen.

Gummer ist seit 2004 Oberbürgermeister von Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis), er geht Ende August in den Ruhestand. Am kommenden Sonntag soll in der Motorsport-Stadt eine Nachfolge gewählt werden.

Angriffe, Drohungen und Beleidigungen gegen Kommunalpolitiker hatten in den vergangenen Wochen erneut für eine Debatte in Deutschland gesorgt. Am 2. Juni war der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus.