Eberspächer Esslingen Kurzarbeit bei Autozulieferer nach Hackerangriff

Hacker haben die IT-Systeme des Autozulieferers Eberspächer lahmgelegt. Foto: Eberspächer
Hacker haben die IT-Systeme des Autozulieferers Eberspächer lahmgelegt. Foto: Eberspächer

Der Esslinger Autozulieferer Eberspächer ist kein Einzelfall: Immer mehr Firmen werden Opfer eines Hackerangriffs. Bei dem Zulieferer führt das zu Kurzarbeit am Stammsitz.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)
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Esslingen - Der Esslinger Autozulieferer Eberspächer ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Am Stammsitz Esslingen hat das Kurzarbeit für die Tarifmitarbeiter zur Folge. Eine Sprecherin bestätigte, dass mit der Gewerkschaft IG Metall ein Ergänzungstarifvertrag geschlossen worden sei, der ab sofort zu 100 Prozent Kurzarbeit ermögliche. Die betroffenen Beschäftigten bekommen eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 86,5 Prozent. Am Stammsitz arbeiten rund 1000 Beschäftigte.

Welches Ausmaß die Cyberattacke hat, ist unklar. Aufgrund der laufenden Ermittlungen gibt das Unternehmen keinen Kommentar dazu. Bei dem Autozulieferer arbeiten die eigenen IT-Fachkräfte zusammen mit externen Cyber-Security-Experten an Gegenmaßnahmen, um die Gefährdung zu beseitigen. Die zuständigen Ermittlungsbehörden sind eingeschaltet, ist noch immer auf der Homepage des Zulieferers zu lesen.

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Eberspächer ist kein Einzelfall. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom waren 2020/2021 neun von zehn Unternehmen in Deutschland Opfer von Datenklau, Spionage und Sabotage. Haupttreiber des enormen Anstiegs sind demnach Erpressungsvorfälle, verbunden mit dem Ausfall von Informations- und Produktionssystemen sowie der Störung von Betriebsabläufen. Sie sind laut Bitkom meist die Folge von Ransomware-Angriffen. Durch sie werden Computer und andere Systeme blockiert, anschließend werden die Betreiber erpresst. Der Wirtschaft entstehen Milliardenschäden.

Pilz war vor zwei Jahren Opfer von Hackern

Beim Automatisierungsspezialisten Pilz aus Ostfildern, der 2019 Opfer einer Cyberattacke war, schalteten die Verantwortlichen alle IT-Systeme in Verwaltung und Produktion ab, um die Attacke zu stoppen. „Da fühlen Sie sich erst einmal hilflos“, schilderte es damals Geschäftsführer Thomas Pilz. Bis alle Werke wieder liefen, dauerte es Wochen.

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Laut Umfrage der Prüfungsgesellschaft EY bei gut 500 Führungskräften sehen über 63 Prozent der Befragten ein hohes Risiko, Opfer von Hackern, Kriminellen oder Spionen zu werden . Das steigende Risiko hat laut EY-Experten auch damit zu tun, dass die Coronapandemie die Digitalisierung in den Unternehmen beschleunigt hat. Viele Mitarbeiter mussten aus dem Homeoffice auf die Firmen-IT zugreifen, was Einfallstore für Angreifer öffnete.

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