Attraktion Sindelfinger Bad soll regionale Spitze werden

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Die bisher nur vagen Um- und Ausbaupläne für das Badezentrum werden konkret. Die Stadt will rund 35 Millionen Euro ausgeben, um vor allem Familien ans Wasser zu locken.

Das Sindelfinger Bad muss ohnehin saniert werden. Danach soll es auch  für Sportschwimmer deutlich attraktiver sein. Foto: factum/Granville
Das Sindelfinger Bad muss ohnehin saniert werden. Danach soll es auch für Sportschwimmer deutlich attraktiver sein. Foto: factum/Granville

Sindelfingen - In der Neujahrsrede des Oberbürgermeisters war es nur ein Satz, aber dessen Wörter waren wohl abgewogen: „Wir haben den sportlichen Ehrgeiz, das Badezentrum im Segment Familienbad als die Nummer eins der Region zu entwickeln.“ Gesprochen hat ihn der Sindelfinger Rathauschef Bernd Vöhringer. „Wir haben uns die Wortwahl gut überlegt“, sagt er, „das wird sicherlich wahrgenommen“ – bei anderen Bäderbetreibern in der Region.

Oder sogar darüber hinaus: Im Jahr 2016 waren zunächst vage Pläne der Stadt bekannt geworden, ihr Bäderzentrum auszubauen. Eine Investition bis hin zu dreistelliger Millionenhöhe war im Gespräch – oder zumindest in der Gerüchteküche. Insbesondere die Böblinger Nachbarn bangten um die Besucherzahlen ihrer Therme, aber auch die Betreiber des Fildorado in Filderstadt (Kreis Esslingen) oder des F 3 in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) blickten sorgenschwanger in Richtung Sindelfingen.

Die Vision ruht im Aktenschrank

Mit einiger Berechtigung. Seit immer mehr Städte ihre einstigen Badeanstalten zu Spaß-, Erlebnis- oder Wellness-Landschaften aufrüsten, wächst auch deren Einzugsgebiet. Nur auf die Gerüchte hin sah sich seinerzeit gar der Bund der Steuerzahler genötigt, vor einem Wettrüsten der Bäderbetreiber zu warnen. Schließlich müssten letztlich Defizite mit Steuergeld bezahlt werden, ganz gleich, in welcher Stadt sie erwirtschaftet würden.

Die Sindelfinger Vision vom ganz großen Wurf ruht mittlerweile im Aktenschrank. Am Dienstag hat Vöhringer im Gemeinderat für das neue Bad geworben. Zwar sind noch nicht einmal Skizzen von Bauplänen gezeichnet, aber eine Zahl gibt einen deutlichen Hinweis auf die künftige Dimension: 35 Millionen Euro will die Verwaltungsspitze für das Vorhaben reservieren. Die Summe sei geschätzt, sagt die Baubürgermeisterin Corinna Clemens, aber realistisch. In ihr ist enthalten, dass das Badezentrum ohnehin saniert werden muss.