Attraktion zwischen Böblingen und Sindelfingen Das Flugfeld hat einen neuen Star
Zwischen Böblingen und Sindelfingen dreht sich jetzt Europas größtes mobiles Riesenrad. Das erlaubt Blicke bis in den Nordschwarzwald.
Zwischen Böblingen und Sindelfingen dreht sich jetzt Europas größtes mobiles Riesenrad. Das erlaubt Blicke bis in den Nordschwarzwald.
Um 13.42 Uhr ist es soweit: Lautlos setzt sich der weiße Riese in Bewegung. Die acht Motoren an der Unterseite lassen die blank geputzten Gondeln des City Star sanft in die Höhe schaukeln. In Summe 48 davon hängen an dem weißen Rund. Mit einer Nabenhöhe von 35 Metern und einer Gesamthöhe von 70 Metern ist es das größte seiner Art zwischen Spitzbergen und Sizilien. Auf halber Höhe kommt Sindelfingen in den Blick, daneben schlängelt sich die A 81 Richtung Stuttgart. Hinter Baukränen versteckt thront die Böblinger Stadtkirche gegenüber auf dem Schlossberg.
Zur feierlichen Eröffnung auf dem Flugfeld zwischen Böblingen und Sindelfingen war einige politische Prominenz geladen: Landrat Roland Bernhard gab sich die Ehre, die beiden Oberbürgermeister von Böblingen und Sindelfingen, viele Stadträtinnen und Stadträte sowie Thomas Fenzl, Geschäftsführer der gemeinsamen Hallentochter CCBS. Gemeinsam mit der Ludwigsburger Agentur Eventstifter war er es, der die Schaustellerfamilie Göbel aus Worms aufs Flugfeld lotste. „Wir kennen uns schon aus Ludwigsburg, dort stand der City Star 2022“, sagte Lily Scholz von den Eventstiftern.
Die Städte Böblingen und Sindelfingen und überhaupt der ganze Kreis Böblingen seien ein starker, dicht besiedelter Raum, sagt Sebastian Göbel, Mit-Inhaber des Riesenrads. „Wir haben große Hoffnungen, dass möglichst viele Menschen kommen“, sagt er. Und Landrat Roland Bernhard macht ihm Mut: „Im gesamten Landkreis leben rund 400 000 Menschen, ich bin mir sicher, viele werden den Weg aufs Flugfeld finden.“ Drei Monate lang soll es im City Star auf dem Flugfeld rund gehen; bis zum 11. Juni bezieht der Gigant dort Quartier. Doch da der Landkreis in diesem Jahr am 9. Juli seinen 50. Geburtstag feiert, brachte der Kreis-Chef sogar eine Verlängerung der Standzeit ins Spiel: Gern sähe er das Spektakel als einen Teil dieser runden Kreis-Geburtstagsfeier.
Nach den obligatorischen Grußworten durften die geladenen Gäste sogleich ein paar Runden drehen. Das animierte die anwesenden Lokalpolitiker zum ein oder anderen Kalauer. Wie in der Politik gehe es auch bei Riesenrädern ja immer darum, hoch hinaus zu kommen, sagte der Landrat. „Und bei beidem sollte man schwindelfrei sein.“ Einer der anwesenden Bürgermeister sah Parallelen zu seinen Gemeinderatssitzungen, auf denen sich die Debatten gerne mal im Kreis drehen. Er dachte deshalb laut darüber nach, die Sitzungen ins Riesenrad zu verlegen, um ihnen ganz neuen Schwung zu verleihen.
Als man dann so einträchtig über den Dingen schwebte, war es mit dem Humor hingegen nicht mehr so weit her. Schließlich wehte der Wind an diesem Donnerstag schon am Boden mit drei, eher vier Windstärken. In 70 Meter Höhe pfiff er noch mal kräftiger um die Fahrkörbe. Wer nicht ganz frei von Höhenangst war, dem konnte schon leicht mulmig werden. „Die Konstruktion ist sehr gut gesichert, auch gegen starken Wind“, sagt Schausteller Sebastian Göbel unten am Ausstieg. „Erst ab sieben Windstärken müssten wir den Betrieb einstellen.“
Rund 15 Minuten dauert eine Fahrt im City Star, nach der sogenannten Auffüllrunde geht es weitere drei Mal im Kreis. Die gesamte Konstruktion ruht auf einem Fundament aus sechs Schwertransportern. Sie stehen perfekt aufgereiht nebeneinander, sind fest verschraubt und ins Wasser gestellt. Mit Hydraulik und Seilzügen entfaltete sich darauf die riesige Attraktion. Innerhalb von wenigen Tagen reckte sich das Rad Speiche für Speiche gen Himmel.
Der 400-Tonnen-Koloss stand zuvor im Londoner Hyde Park und lockte die Massen an. „Er ist so wieder aufs europäische Festland zurückgekommen, wie auf dem Hinweg“, sagt Sebastian Göbel. „Mit einer Fähre speziell für Lastwagen.“ Neben sechs Schwertransportern für den Unterbau und die Masten benötigt das Fahrgeschäft eine weitere Armada an Sattelschleppern, die die Gondeln transportieren. Der Aufbau ging mit zwölf Mann dann recht reibungslos über die Bühne.
Nach der Eröffnung leuchteten auch die 100 000 LED-Lichter auf den Streben des Riesenrads. Wenn die Sonne untergegangen ist, spiegelt sich der City Star so in bunten Lichtern auf dem Langen See – und verleiht dem trüben Gewässer neuen Glanz.
Termine
Der City Star dreht sich vom 10. März bis zum 11. Juni auf dem Festplatz Flugfeld in Böblingen.
Öffnungszeiten
Montags hat das Riesenrad Pause. Dienstags, donnerstags und sonntags dreht es sich von 11 bis 19 Uhr. Mittwochs von 11 bis 18.30 Uhr und freitags und samstags je von 11 bis 20 Uhr.
Tickets und Preise
Diese sind über www.easyticket.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Ein Ticket kostet zwölf Euro, ermäßigt neun Euro und für Kinder von drei bis elf Jahren sechs Euro. Familientickets gibt es für 32 Euro.