Am Dienstag waren zwei Militärflugzeuge der Bundeswehr über Stuttgart zu sehen. Warum waren die Flugzeuge in der Luft – und wie häufig kommt so etwas überhaupt vor?
Wenn Kampfflugzeuge nahe am Boden fliegen, dann sorgt das immer für Aufsehen. Am Dienstagvormittag rauschten zwei Jets der Bundeswehr über Stuttgart. Auf Nachfrage teilt die Bundeswehr mit, dass es sich dabei um zwei Eurofighter handelte.
Sie „gehören zum Taktischen Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg an der Donau“, heißt es. Die Maschinen seien etwas östlich von Stuttgart in einer Höhe von rund 12.000 Metern von Osten nach Südosten abgedreht. Die Piloten befanden sich auf einem Übungsflug und seien gegebenenfalls auch mit Überschall geflogen.
Eurofighter über Stuttgart: Flüge sind überall in Deutschland erlaubt
Grundsätzlich sind solche Flüge überall in Deutschland zulässig und nicht an „bestimmte Streckenführungen gebunden, um diese Flugbewegungen möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen“, sagte ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr.
Kampfflugzeuge müssen dabei eine Mindesthöhe von 1000 Fuß (circa 300 Meter) über dem Boden einhalten. „Diese für den militärischen Tiefflug geltende Mindesthöhe darf nach vorheriger Anmeldung in wenigen, aber unverzichtbaren, festgelegten Ausnahmen auf 500 Fuß über Grund reduziert werden“, teilt die Bundeswehr mit. Die Kampfjets über Stuttgart hätten also noch deutlich tiefer fliegen dürfen.
Auch wenn man das Minimum, dass beim Überfliegen von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern zugrunde legt: Dabei gilt für Flugzeuge wie die Eurofighter eine Mindesthöhe von 2000 Fuß (circa 600 Meter). „Selbstverständlich wird dabei versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen. Aber die dicht besiedelte Bundesrepublik setzt diesem Vorhaben neben den gesetzlichen und flugbetrieblichen Regelungen enge Grenzen“, so der Sprecher des Luftfahrtamts der Bundeswehr.
Auch Transportmaschine der Bundeswehr über Stuttgart
Wo die Übungsflüge letztlich stattfinden, hänge von zahlreichem Faktoren, wie zum Beispiel den aktuelle Witterungsverhältnissen oder die jeweilige Verfügbarkeit von Personal und Material, ab. Aussagen darüber, wie Maschinen der Bundeswehr im Luftraum über Stuttgart aus ähnlichen Gründen unterwegs sind, ließen sich deshalb nicht machen.
Übrigens: Die Eurofighter waren nicht die einzigen Militärmaschinen, die am Dienstag über Stuttgart flogen. Ein Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A-400M überflog rund eine Viertelstunde später die Landeshauptstadt. Das Flugzeug „gehört zum Lufttransportgeschwader (LTG) 62 und flog von Wunstorf in den Jemen“, teilt die Bundeswehr mit.